Kapillaren

Es muss eine beidseitig offene und möglichst dünne Kapillare sein.

Es gibt da jetzt leider ein kleines Problem:

Auch zur Bestimmung von Schmelzpunkten braucht man Kapillaren.

  • Schmelzpunktskapillaren müssen aber an einem Ende geschlossen sein. (...wie ein Reagenzglas)
  • Kapillaren für die Dünnschichtchromatographie müssen hingegen an beiden Enden offen sein.

In einem Praktikum kommt es leider vor, dass jemand - Hauptsache lang und dünn - die erstbeste Kapillare greift. Bei der Dünnschichtchromatographie passiert bei einer einseitig verschlossenen Kapillare nichts weiter als Frust des nicht so schlauen Anwenders, weil in die geschlossene Kapillare keine Flüssigkeit aufsteigen kann. Schlimmer ist das bei den Schmelzpunktsapparaten, wenn die Substanz durch das unten ebenfalls offene Ende einer DC-Kapillare in das Schmelzpunktbestimmungsgerät kleckert.

Wir haben im Praktikum deshalb längere und dickere Schmelzpunktskapillaren, durch die Sie Ihre Subtanz bei der Schmelzpunktbestimmung prima sehen können und wir haben kürzere ganz dünne Kapillaren, mit denen man ganz prima DC's anfertigen kann.

Die Kapilare muss dünn sein, weil Sie ganz kleine Startflecken auf der DC-Karte produzieren müssen!

Wenn Sie es ganz besonders toll machen wollen - bzw. wenn Sie ein Gemisch aus sehr ähnlich weit laufenden Komponenten erwarten, können Sie die Kapillaren noch feiner ausziehen:

Sie brauchen dazu einen Bunsenbrenner mit einer Sparflamme. Die Kapillare wird in der Sparflamme bis zur Erweichung erwärmt. Was dann kommt, muss schnell gehen: Erst raus aus der Flamme und dann kräftig auseinander ziehen. Ziehen Sie noch in der Flamme auseinander, dann schmelzen die beiden Enden zu und Sie können nichts mehr damit anfangen!
Wenn Sie es richtig gemacht haben, sehen die ausgezogenen Kapillarenden hinterher so aus wie die obere Kapillare auf dem nebenstehenden Bild. Sie können das feine Ende ein Stück weit abbrechen, denn das Bild ist stark vergrößert und in Wirklichkeit ist die Kapillare an ihrer dicksten Stelle nur etwa 1 mm dick und das lange feine Ende mechanisch nicht sehr stabil. Das Ergebnis sollte dann so aussehen, wie die untere Kapillare auf dem Bild.
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