DC-Karte auswerten

Rf-Werte sind im Praktikum nicht so wichtig

Wenn Sie nicht vorher schon wissen, dass Ihre Substanzen auch früher schon aufgetrennt sind, entwickeln Sie das Dünnschichtchromatogramm so lange, bis das Laufmittel nahezu die obere Kante der Karte erreicht hat. Lassen Sie andererseits nicht unnötig lange in der Kammer stehen. Die aufgetrennten Flecken könnten sich dabei diffusionsbedingt vergrößern.

Wenn Sie die Karte aus der Kammer nehmen, markieren Sie als erstes die Laufmittelfront.

  • Warten Sie ab, bis das Laufmittel von der Kartenoberfläche verdunstet ist.
  • Machen Sie dann die Flecken sichtbar. Im Praktikum erfolgt das in aller Regel durch Betrachten unter UV-Licht.
  • Umrahmen Sie die Flecken mit einem weichen Bleistift.
  • Das Laufverhalten der Flecken lässt sich durch den Rf-Wert beschreiben, den man erhält, indem man die mittig gemessene Laufstrecke eines Substanzflecks zu der Laufstrecke des Lösemittels ins Verhältnis setzt. In der Abbildung ist dies beispielhaft für den unteren Fleck verdeutlicht. 

Rf=0 würde demnach bedeuten, dass die Substanz am Startpunkt verblieben ist und Rf=1 würde deutlich machen, dass die Substanz mit der Laufmittelfront gelaufen ist. Rf-Werte sind von sehr vielen Parametern abhängig. Nicht alle haben Sie direkt "im Griff". Rf-Werte sind also nur bei hohem Aufwand reproduzierbar. Ein Ausweg besteht darin, die Steighöhe nicht zur Laufmittelfront, sondern zur Steighöhe eines mit chromatographierten bekannten Standards ins Verhältnis zu setzen (RSt-Wert). Im organisch-chemischen Labor ist eine quantitative Beschreibung des Steigverhaltens in der Regel nicht notwendig - viel wichtiger ist die Frage nach der Zahl der erhaltenen Flecken.

Wenn eine Substanz gar nicht läuft oder wenn sie mit der Laufmittelfront läuft, kann keine Aussage über die Einheitlichkeit gemacht werden. In diesem Fall muss das Laufmittel geändert werden. Optimal ist die Trennung, wenn die Substanzen etwa 1/3 bis die Hälfte der Steighöhe des Laufmittels wandern.

Versuchen Sie, aus den Flecken die Zusammensetzung des Gemisches zu schätzen! Bei dem oben abgebildeten DC ist die untere Substanz bestimmt mengenmäßig erheblich mehr als die obere. Die Schätzung ist freilich nur grob:

  • Wie stark die Fluoreszenz gelöscht wird, hängt vom Absorptionsverhalten der Substanz ab.
  • Ist die Fluoreszenz komplett gelöscht, sehen Sie auch bei einer verdoppelten Menge kein "mehr" an Substanz. Tatsächlich ist die UV-Nachweistechnik eine sehr empfindliche Methode: Sie sehen feine Beimischungen oft als unterschiedlich starke Fluoreszenzlöschungen, aber ob ein Fleck bei komplett gelöschter Fluoreszenz nun "viel", oder "sehr-sehr-viel" Substanz enthält, ist kaum festzustellen. 
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