Schliffe klammern oder nicht klammern

Auch hier droht Glasbruch!

Dieser Schliff ist falsch geklammert. Der gekröpfte Schliffrand sitzt nicht auf der Klemme auf, sondern befindet sich ein Stück weit oberhalb. (Siehe rote Markierung.) Handelt es sich um die unterste Klemme, also diejenige, welche das Gewicht der Apparatur zu tragen hat, kann bei der weiteren Arbeit das fixierte Gerät - meist der Kolben mit der Reaktionsmischung - durch sein Gewicht tiefer in die Klemme hineinrutschen, z.B. dann wenn der Korkbelag der Klemme infolge einer Erwärmung weicher und damit nachgiebiger wird. Der Kolben rutscht so ein Stück nach unten. Kann der obere Aufbau dieser Bewegung nicht folgen, so geht die Schliffverbindung auf mit der Folge, dass Dämpfe aus der Apparatur entweichen können. Neben der Sicherheitsproblematik kann dies auch eine massive Ausbeuteverminderung zur Folge haben.


Hier ist der Schliff richtig geklammert. Auch wenn eine große Last an der Klemme hängt: Ein Tiefer-Rutschen ist nicht mehr möglich. Fehler der beschriebenen Art werden von Anfängern häufig gemacht.


Auch Schliffklammern legitimieren nicht dazu, von dieser Regel abzuweichen. Die Drahtklemme links würde bei Belastung nach oben wegspringen, mit der Folge, dass auch hier der Kolben um den Betrag "a" nach unten rutschen kann. Die Gabelklemme im rechten Bild ist zwar bedeutend stabiler, aber dafür so breit, dass die Stativklemme jetzt nicht mehr auf dem stabilen Schliff sitzt sondern mit der unteren Kante auf den dort breiter werdenden Kolbenhals drückt. Da sich alle Haltekraft jetzt auf wenige Quadratmillimeter konzentriert besteht hohe Bruchgefahr!

Was also tun? Ganz einfach:

Schliffverbindungsklammern haben an Schliffverbindungen, an denen Stativklemmen greifen, nichts zu suchen!"

Also: Eine Schliffverbindung erhält entweder eine Schliffklammer oder wird mit einer Stativklemme eingespannt.

Niemals beides zusammen!

Es ist ein typischer Anfängerfehler, unbedingt alles Klammern und sichern zu wollen. Erreichen tun Sie das Gegenteil, nämlich Bruch!

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