Richtig heizen

(Un)Klarheiten über die Temperatur, die das Display anzeigt

Magnetrührer werden im Praktikum in der Regel ohne Kontaktthermometer betrieben. Das bedeutet:

Die Temperatur, die Sie einstellen oder (bei den neueren) Magnetrührern auch ablesen können, ist die Temperatur der Heizplatte! Also nicht die Kolbeninnentemperatur!

Faustregel

Die Temperatur der Heizplatte muss meist knapp das Doppelte der gewünschten Kolbeninnentemperatur betragen.

Richtiges Anheizen

Das richtige Vorgehen beim Heizen mit dem Magnetrührer hat vieles mit dem Vorgehen am häuslichen Elektroherd gemein. Hier wie dort heizen Sie zunächst mit voller Leistung, um etwas schnell zum Sieden zu bringen, Hier wie dort reduzieren sie kurz vor dem Erreichen des Siedepunktes die Heizleistung, weil dann nur noch die Energie benötigt wird, um das Sieden aufrechtzuerhalten. Erst jetzt gibt es Unterschiede:

  • Wenn Ihnen zu Hause die Kartoffeln überkochen, ziehen Sie den Topf vom Herd.
  • Wenn das Sieden in Ihrer Apparatur zu stark wird, senken Sie das Heizbad ab.

Vom Prinzip ist es trotzdem dasselbe: Heizquelle und beheiztes Gerät werden getrennt.

Um sehen zu können, ob sich das Heizbad schon nahe dem Siedepunkt befindet, brauchen sie ein Laborthermometer, welches die Badtemperatur misst.

Siedetemperatur halten

Bei einer Rückflussapparatur wird die Innentemperatur durch die Siedetemperatur des verwendeten Lösemittels limitiert. Bei einer siedenden Flüssigkeit bewirkt also stärkere Wärmezufuhr keine weitere Temperaturerhöhung, sondern lediglich ein stärkeres Aufsieden, so dass mehr Wärme in den Kühler abtransportiert wird. Es ist also relativ leicht, eine Reaktionsmischung am Sieden zu halten. Hat das Bad eine ungefähr passende Temperatur, kann man den Siedevorgang durch Variation der Eintauchtiefe des Kolbens trägheitsfrei beeinflussen. Die Verwendung eines Kontaktthermometers ist unnötig und für den täglichen Laborbetrieb überkandidelt.

Beliebige Temperatur halten

Eine Reaktionstemperatur halten, bei der kein Lösemittel siedet, kann man zur Not auch "frei Hand", aber ein Kontaktthermometer kann Ihnen hier das ständige Nachjustieren der Heizleistung abnehmen und die Reaktionskontrolle auf diese Weise sehr erleichtern. Stellen Sie die Heizleistung Ihres Magnetrührers nicht auf "volle Pulle" sondern so ein, dass Ein- und Ausschaltzeiten etwa gleich lang sind. Dann sind die Regelschwingungen gering.


  • Bitte beachten Sie, dass nur die alten Magnetrührer mit einem Quecksilberkontaktthermometer betrieben werden müssen!
  • Neue Magnetrührer können hingegen nur mit einem dazu passenden Temperaturfühler betrieben werden!
Anregungen und Kritik
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