Projekt Konstantin Ruske

Haltungsempfehlungen für Fruchttauben - Eine vergleichende Studie zur Verbesserung der Zuchtergebnisse zwischen Zoologischen Gärten und Privatzüchtern



Konstantin Ruske, Diplomand

Als südostasiatische Regenwaldbewohner sind Fruchttauben durch fortschreitende Lebensraumzerstörung mehr oder minder in ihrem Fortbestand gefährdet. Gleichzeitig kommt ihnen als Fruchtfresser und damit Samenausbreiter eine Schlüsselrolle bei der Vegetationsbildung in ihren Lebensräumen zu. (Einige Samen keimen erst nach Passage des Darmtraktes und den dort einwirkenden Enzymen.) Ein Erhalt von Fruchttauben in Menschenhand ist also nicht nur ein ethisches Gebot sondern auch für eventuelle Wiederaufforstungen ökologisch wichtig. Die Haltung und Zucht von Fruchttauben bei Zoos und Privathaltern hat mittlerweile einen hohen Stand erreicht und kann als erfolgreich betrachtet werden. Nichtsdestotrotz gibt es Unterschiede in der jeweiligen Pflege. Um optimale Bedingungen herauszukristallisieren, werden Anzahl der Aufzuchten, Lebensdauern und Krankheitshäufigkeiten in Beziehung zu den jeweiligen Haltungsbedingungen gesetzt. Solche Haltungsfaktoren mit Einfluß auf den an oben genannten Kriterien gemessenen Erfolg derselben sind: Futterzusammensetzung-, Zubereitung, Darreichung( Häufigkeit, mehrere Futterplätze, Austausch), Käfiggrößen, Bepflanzung( Arten), Position des Nestes, Art der Nisthilfe, Gemeinschaftshaltung, Zugang zu Außenvolieren, Lichtregime, Temperaturen, Luftfeuchtigkeit etc.. Der Definition folgend, dass jede wahrnehmbare Lebensäußerung eines Tieres als Verhalten zu begreifen ist, sind auch Reproduktions- und Lebensdaten Verhaltensweisen, die als Reaktion auf die Umwelt gezeigt werden. Insofern handelt es sich bei der Ermittlung bestimmter Einflussparameter auf das generelle (Ver)halten der Tiere um ethologische Grundlagenarbeit, die anschließend nutzbringend angewendet werden kann.

Der praktische Wert der Studie ist hoch, Anerkennung in Tiergärtnerkreisen ist damit zu erlangen. Es wird ein Kompendium von empfehlenswerten, praxiserprobten Haltungsformen zusammengestellt werden, das bei Anwendung und Umsetzung im idealen Fall zur Steigerung der Nachzuchtrate führen kann. Durch Einbeziehung vieler Privathalter kann das Potential für die Zusammenarbeit mit Zoos noch einmal sehr deutlich gemacht werden. Die Datennahme vor Ort verstärkt die Vernetzung der einzelnen Zuchtstationen und steigert so die Effektivität der Arterhaltung. Die Datenerfassung ist klar strukturiert, die Auswertung beherrschbar. Die Betreuung vor Ort ist durch als Kuratoren arbeitende Biologen gut zu leisten.


Die Datenerfassung findet bei etwa 20 Haltern statt, darunter der Vogelpark Walsrode, der Zoo Köln und der Frankfurter Zoo.