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Glasrohre zuschneiden

Es ist ganz leicht!

Und gefährlich ist das auch nicht

Die Schutzbrille sollte freilich auf der Nase sein.

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Viele Möglichkeiten

Das einfachste Werkzeug ist die Ampullenfeile (a), die wie der Name schon sagt, in der Medizin zum Anritzen von Ampullen verwendet wird. Für solche Ampullenfeilen gibt es Halterungen (b) mit einem bequemer zu handhabenden Griff. Ampullenfeilen sind billige Einwegartikel. Sie sind nicht sehr standfest und daher schnell stumpf. 

Insbesondere der Glasbläser verwendet lieber spezielle Schneidklingen (c). Die Klinge kann nachgeschärft werden.

Speziell für Rohre ist der Glasrohrschneider (d). Das ist ein zangenartiges Werkzeug, bei dem nach dem Zusammendrücken ein Schneidrad das Glas anritzt. Um die Verwendung deutlicher zu machen, ist in der Abbildung ein kleines Glasrohrstück dorthin platziert, wo das zu schneidende Glasrohr beim Schneiden gehalten wird. Der Glasrohrschneider ist sehr bequem - aber trotzdem nicht ganz leicht zu handhaben: Bei zu starkem Druck kann man dünnwandige Glasrohre leicht zerquetschen und damit zum Splittern bringen.

Auf diesen Seiten wird das Anritzen mit der Ampullenfeile (a) gezeigt. Die Werkzeuge (b) und (c) werden sinngemäß gehandhabt.

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Das Glas wird nur geritzt und nicht etwa durchgesägt! Es muss auch nur an einer Stelle geritzt werden und nicht etwa rund um das Rohr herum!

Legen Sie das zuzuschneidende Glasrohr auf eine ebene Unterlage. Benutzen Sie den linken Zeigefinger als Führung für die Ampullenfeile. Keine Angst:

Sie werden sich mit der Feile nicht verletzen!

Halten Sie die Feile fest mit der rechten Hand und bewegen Sie sie - auf das Glas drückend - immer schön hin und her, wie auf der Abbildung eingezeichnet. Sie müssen ein Gefühl für den richtigen Druck bekommen. Beginnen Sie dazu mit schwachem Druck, den Sie allmählich steigern. Sie spüren es sehr deutlich, wenn die Klinge das Glas ritzt. Die geritzte Glasoberfläche ist nämlich rau und nicht mehr glatt und die Feile, die eben noch ganz leicht über die Oberfläche geglitten ist, "greift" jetzt plötzlich im Glas.

  • Wichtig für den Erfolg ist, dass die Feile immer an der gleichen Stelle am Glas bwegt wird. Wenn Sie den linken Zeigefinger bewegen oder wegnehmen, ist die Stelle verloren - Sie finden Sie kaum wieder.

Was Sie beim Ritzen produzieren müssen, sieht hinterher ungefähr so aus:

Noch ein Mal:

  • Nur ritzen! Nicht durchsägen!
  • Nur an einer Stelle ritzen! Nicht rundherum!
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Nein! Das ist nicht gefährlich!

Fassen Sie jetzt das Glas so, dass sich die beiden Daumen genau an der Knickstelle befinden. Die geritzte Stelle (siehe Pfeil) soll dabei vom Körper weg zeigen. Ziehen und knicken Sie jetzt das Glas auseinander. Das sieht martialischer aus als es tatsächlich ist! Durch das Anritzen bricht das Glas schon bei ganz geringem Kraftaufwand wie von selbst glatt durch.

Sie werden das Gefühl haben, gerade eine Salzstange entzweigebrochen zu haben.

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So viel Zeit muss sein!

Die Bruchfläche des Glasrohres ist scharfkantig. Nicht nur Sie selbst können sich daran verletzten, sondern damit auch jede Dichtung oder Gummischlauch zerstören, in den Sie das Rohr hineinstecken. Deshalb wird die Bruchfläche in der nicht leuchtenden Bunsenflamme rund geschmolzen. Halten Sie das Rohr in die heißeste Stelle der Flamme, d.h. dicht über den inneren bläulichen Kegel.

Einen benutzungsfertigen Brenner finden Sie im Assistentenraum.

Das linke Glasrohr hat vom Brechen noch scharfe Kanten. Das mittlere Glasrohr ist an den Enden rund geschmolzen. Das rechte Glasrohr befand sich zu lange in der Flamme: Das aufgeschmolzene Glas hat die Öffnungsweite stark verengt.

Beobachten Sie deshalb das Glasrohrende beim Aufschmelzen sorgfältig. Man kann den Schmelzvorgang gut verfolgen, weil das Glas dabei aufglüht.

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