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Es ist Absicht, dass die Laborpraxisseiten offen zugänglich sind und es freut mich, dass es auch außerhalb der FU Berlin Nutzer gibt. Ich kann aber nicht weltweit in die Labore gucken. Fremdnutzer kontrollieren deshalb bitte immer, ob sich die Dinge so am eigenen Ort auch praktizieren lassen oder möglicherweise adaptiert werden müssen.

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Sofern Sie dies zu Ausbildungszwecken und nicht zu kommerziellen Zwecken machen wollen, können Sie das gerne tun, sogar ohne mich zuvor um Erlaubnis zu fragen. Beachten Sie dazu bitte die


Creative Commons-Lizenzbestimmungen.

Kommerzielle Verwertungen bedürfen meiner Zustimmung. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich die Inhalte nicht 1:1 auf andere Ausbildungsstandorte übertragen lassen und glaube deshalb auch nicht, dass eine kommerzielle Verwendung Sinn macht.

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Früher waren sie das einmal. Früher waren auch mal 30 Stufen im Grundpraktikum üblich. Da heutzutage weniger Aufgaben abzuleisten sind, konnte und wurde auch das Versuchsarsenal verkleinert. Das ist stufenweise passiert - und es wäre ein großer Aufwand gewesen, jedes Mal die hinteren Versuchsnummern auf die vorderen Plätze aufrücken zu lassen. So haben also die Versuche Ihre Nummer wie ein Autokennzeichen die ganzen Jahre über behalten.

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Ausbildungsnihilismus hat früher mal die Diplomstudienzeiten verlängert. Heute müssen Regelstudienzeiten eingehalten werden. Ja, am Studienende müssen auch Problemlösungskompetenzen vorhanden sein. Dazu gibt es diverse Forschungspraktika im Masterstudiengang. In einem Anfängerpraktikum geht es darum, Methoden zu lernen.Wenn man die Methoden beherrscht, kann man daran gehen, mit den Methoden Probleme zu lösen. Sich die Methoden auch noch gleich selbst beizubringen ist ineffektiv und demotivierend.

Überlässt man Anfänger mit Literaturvorschriften sich selbst, müssen die Assistenten das ausbaden. Die schlagen dann die Hände über dem Kopf zusammen, weil die Praktikanten ja so entsetzlich unfähig seien und einfach gar nichts könnten. Ob ein Präparat klappt oder nicht, hängt dann davon ab, ob ein Assistent zur rechten Zeit an der Apparatur gewesen ist und ein "Meine Güte, was machst DUU denn da??!?!!!" gesagt hat. Das ist ungerecht für alle anderen, bei denen der Assistent gerade nicht rechtzeitig erschienen ist.

Auch Assistenten wissen nicht alles. Manche kommen aus Arbeitsgruppen, wo die anzuwendende Praktikumsmethode keine große Rolle spielt, oder sie haben an einer anderen Universität studiert, wo die gelernten Methoden etwas anders waren. Es ist also nicht nur die Frage, ob der Assistent zur rechten Zeit am Platz ist, sondern auch, wie gut er weiterhelfen kann. Den Assistenten ist da nichts vorzuwerfen. Der Knowhow-Abfluss ist wie ein Niagarafall. Der neu den Dienst antretende Assistent hat erst mal damit zu tun, sich vielleicht 50 Reaktionsmechanismen so präsent "reinzuziehen", dass er darüber Prüfungen abnehmen kann. Bis er weiß, ob ein Ansatz blau oder grün aussehen kann und ob es schlimm ist, wenn er blau aussieht, ist er promoviert und wieder weg.

Tipps, die sonst mündlich gegeben werden, zu verschriftlichen, ist die Lösung. Jeder hat den gleichen Hilfesatz, also die gleichen Chancen zum Erfolg! Es geht darum, die zu erlernenden Methoden richtig zu beherrschen. Es geht nicht darum, so zu tun, als würde man sie beherrschen und mit irgendeinem Gemurkse noch ein paar fadenziehende Würfel als Präparat zu produzieren. Es darf nicht sein, dass chemische Praxis als Gemurkse erlebt wird!

Versteckt sich hinter der Ansage, Grundpraktikanten nicht intensiv anleiten zu wollen nicht vielleicht auch ein bisschen Unwillen, sich mit Niederungen abgeben zu müssen, die noch nicht "Forschung" sind?? Kein Mechaniker würde einen Lehrling so ausbilden, dass er ihm auftrüge einen Motor zu bauen und wenn der nicht funktioniert, dann halt einen neuen zu bauen. Das liegt vor allem daran, dass das sowohl dem Meister wie auch dem Lehrling zu ineffektiv wäre.

Ich bin mir mit allen einig, dass Absolventen eines Bachelor-Chemiestudiengangs auch mit Literaturvorschriften umgehen können müssen. Dies lernen die Praktikanten bei uns in einem späteren Synthesepraktikum.

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Auch wenn das immer wieder an armen Grundpraktikanten (komischerweise ja meist nur an denen) praktiziert wird: Schön übersichtlich - am besten in eine Tabelle zusammengetragene Safety-Daten bleiben ein Datenquark, wenn sie nicht der Beginn einer Sicherheitsanweisung sind, sondern schon deren Ergebnis. Die dabei unter Beweis zu stellende Kompetenz, Flaschenetikettdaten abschreiben zu können, erfährt durch deren stoische Wiederholung z.B. für die im Praktikum immer wieder verwendeten gleichen Lösemittel, noch eine Verstärkung des Sonderschul-Geschmäckles.

Wenn dann nicht mal die Assistenten den Dokumentationshokuspokus verstehen (Eine Wassergefährdungsklasse ist nun mal nicht dazu da, um zu entscheiden, ob irgendwas ins Abwasser gekippt werden kann), das Formular aber gefahrstoffverordnungskompatibilitätheischend layoutet und prüfvermerkt ist ("Präparat freigegeben") wird klar, wozu das gut ist: Damit lässt sich prächtig vor den Augen eines Aufsichtsbeamten wedeln, den Studierenden aber nutzt es gar nichts! Die haben aber ein feines Gespühr dafür, dass sich Assistenten und Praktikumsleitung damit im Fall des Falles aus der Affäre ziehen wollen - und sind verängstigt!

Ja, der Text des Flaschenetiketts und das recherchierte Freisetzungspotential (z.B. Dampfdruck) sind dazu da, einen ersten Anhaltspunkt für das Gefahrenpotential einer Substanz zu geben. Niemals kann das aber auch nur ansatzweise die Expertise beim Umgang ersetzen! Die Vermittlung dieser Expertise ist die Universität den Praktikanten schuldig! Wer es das erste Mal z.B. mit Chlorsulfonsäure zu tun bekommt, braucht konkrete Anleitung - keine Tabellen mit H-Sätzen!

Moderne Arbeitssicherheit vermittelt ein nebulöses "das-ist-gefährlich-und-das-ist-auch-gefährlich-und-das-und-das-und-das-ist-alles-auch-gefährlich". Sie entartet zur Sicherheiteritis! Immer mehr Praktikanten experimentieren nur deshalb unsicher, weil ihnen die Hände vor Angst zittern, wenn Sie aus einer Bromflasche etwas abfüllen sollen und der braune Dampf im Abzug herumwabert, von dem sie gerade gelernt haben, dass schon "wenige Atemzüge für ein tötliches Lungenödem ausreichen".

Hier gegenzusteuern, den Praktikanten also mit einem "Wenn-Du-das-so-machst-und-dies-soundso-dann-kann-Dir-eigentlich-nichts-passieren." Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu vermitteln, ist in einem Grundpraktikum heutzutage die herausragende Aufgabe in der Sicherheitsausbildung!

Kein Mensch würde auf die Idee kommen, Studierenden zu sagen, dass sie sich in ihrem Studium die Chemie selbst beibringen sollen. Ganz im Gegenteil ist das Vermitteln von Lehrinhalten das vornehme Recht der mit der "venia legendi" gesegneten Professoren. Wenn man nun aber den Studierenden sagt: "Macht Euch mal Eure Betriebsanweisungen selbst!": Ist das nicht das Eingeständnis, dass man in diesen Dingen unbewandert ist und nichts zu sagen hat?

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Ja, fertige ChemikerInnen müssen in der Lage sein, einen Versuchsansatz fehlerfrei zu berechnen!

Können Sie denn aber Ihre Grundpraktikanten zuverlässig kontrollieren, ob Sie die Ansätze richtig berechnet haben? OK, Ihre Assistenten bekommen den Auftrag, das bei den Vorbesprechungen ("Antestaten") zu tun. Aber was, wenn das einer vergisst? Was, wenn ein Assistent gerade zum ersten Mal den Dienst macht und an 1000 Sachen zu denken hat - und ausgerechnet das jetzt übersieht? Gibt es bei Ihnen nur Versuche, die dann vermasselt sind oder gibt es auch Versuche, die dann RUMMMS machen oder nur sehr aufwändig entsorgt werden können? Zu Diplomzeiten war Zeit genug, einen vermasselten Ansatz halt noch mal zu kochen. Gibt es diese Zeit jetzt immer noch?

Rechnen müssen meine Praktikanten auch - aber erst in den Protokollen. Die Sanktion für die falsche Ansatzberechnung ist dann die eingeforderte Protokollberichtigung - nicht der vermasselte Versuch. In einem Grundpraktikum halte ich das für angemessen.

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Ich halte nichts davon, immer wieder die Grundpraktika dazu zu missbrauchen, um an ihnen zu vollstrecken, was gerade Zeitgeist ist. Das ökologisch-grüne Grundpraktikum macht wenig Sinn, wenn die vermittelten Prioritäten in den Fortgeschrittenenpraktika und in der Forschung keinen Anschluss finden und - mit Verlaub - dies ja vielleicht auch gar nicht sollen.

Sie können in Ihrem Praktikum das sortenreine Sammeln von Lösemitteln zum Zwecke des Recyclings gewährleisten? Wunderbar! Dann haben Sie das besser im Griff als ich! Mir ist das wegen möglicher Fehlbefüllungen zu heikel und überdies hätte ich Probleme mit den dafür erforderlichen Stellflächen.

Im typischen organisch-chemischen Grundpraktikum hat das Erlernen von Reaktionsmechanismen Priorität. Schon dies fordert den Praktikanten einiges ab. Für ökologische Lernziele bleibt wenig Raum und es ist überdies die Frage, wie weit Laborversuche überhaupt geeignet sind, um an ihnen ökologische Lehrinhalte zu vermitteln. Eine aus Normschliffglasgeräten zusammengesteckte Glasapparatur ist dahingehend optimiert, eine bestimmte Reaktion optimal durchführen zu können aber ganz und gar nicht der Weise, dabei möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Sie dennoch daraufhin trimmen zu wollen, mutet fast albern an und wird - mehr noch - zum Ärgernis, wenn dafür sogar anerkannte Sicherheitsstandards, wie die Verwendung eines Heizbades aufgegeben werden sollen.

Es ist nicht so, dass ich ökologische Fragestellungen für die Chemie ablehne. Ich glaube nur, dass an einer wissenschaftlichen Einrichtung für ökologisches Experimentieren kein Raum ist. Zum Beispiel ist die mit dem Chemie-Nobelpreis bedachte Wittig-Reaktion unter ökologischen Aspekten eine Katastrophe! Ökologische Fragestellungen gehören deshalb nach meiner Ansicht in der universitären Ausbildung in eine Vorlesung und nicht in ein auf das wissenschaftliche Arbeiten ausgerichtetes Praktikum.

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Sehr, sehr viel früher sind die von den Grundpraktikanten hergestellten Substanzen tatsächlich alle noch gemessen worden. Dann kamen die Personalengpässe. Inzwischen gibt es NMR-Geräte mit automatischen Probenwechslern, es gibt also auch wieder mehr Kapazitäten, Spektren wirklich zu messen.

Da in den Versuchsskripten die herzustellenden Produkte nicht benannt sind, können pfiffige Praktikanten das aus den Spektren ermitteln, sofern die Reaktion nicht trivial ist. Bei den ersten herzustellenden Präparaten hilft es noch, wenn die Spektren verlässlich der Substanz zuzuordnen sind. Grundpraktikanten verzweifeln nämlich, wenn z.B. gemessene NMR-Banden eigentlich vorrangig einem noch enthaltenen Lösemittel und nicht so sehr dem Produkt zuzuordnen sind.

Im weiteren Praktikumsverlauf wird zunehmend tatsächlich gemessen. Auch hier hilft das Referenzspektrum bei der Spektreninterpretation. Wir ersetzen gerade nach und nach die überwiegend noch geplotteten NMR-Spektren durch aktuelle Messungen, haben damit aber keine Eile, wenn die neuen Spektren nur optisch ein bisschen schöner sind.

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Erfahrungsgemäß werfen externe Interessenten gern einen Blick auf folgendes:

Praktische Aspekte der Sicherheitsunterweisung