Frauenanteil im Chemiestudium

Es können ruhig noch mehr werden.

Gemäß den jährlichen Statistiken der GDCh stagniert der Frauenanteil im Chemiestudium derzeit bei etwa 35 - 40 %. Im Lebensmittelchemiestudium beträgt er etwa 70 % und im Biochemiestudium etwa 60 %. Daten zum Lehramtsstudium wurden letztmalig 2009 erfasst. Damals betrug der Frauenanteil 65 %. Die Quoten bleiben im Studienverlauf annähernd konstant und auch die Verbleibsstatistik zeigt keine Auffälligkeiten zwischen den Geschlechtern.

Die Probleme setzen offenbar nach dem Studium ein. Nach dem Ergebnis einer vom Verband angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie e.V. 2011 herausgegebenen Befragung von 1600 Führungskräften klagen Frauen darüber, in vergleichbaren Positionen mehr leisten zu müssen als Männer (50 %) und sind weniger zufrieden mit ihrem Beruf (53 % gegenüber 68 % bei Männern). 30 % haben eine Teilzeitbeschäftigung (Männer 3 %). Immerhin erhöhen Frauen den Druck, in höhere Positionen aufzusteigen, in dem sie sich vermehrt in Seminaren für das höhere Management fortbilden. Nach Angaben des statistischen Bundesamts sind derzeit 30 % der Führungskräfte weiblich. Der Bundesarbeitgeberverband Chemie hat für außertariflich Beschäftigte (das sind Personen in Leitungsfunktionen) der Chemiebranche für das Jahr 2012 einen 25-%-Anteil ermittelt. Immerhin ist diese Zahl deutlich höher als 2007 (20 %) bzw. 1988 (8 %).

Der Anteil an Industrieforscherinnen im Bereich Chemie betrug nach einer Erhebung des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft im Jahr 2013 29%. Universitäten können auch damit noch nicht mithalten. Nach einer Umfrage der GDCh aus dem gleichen Jahr beträgt der Frauenanteil unter den Chemieprofessuren lediglich 12,3 % - mit einer nur leicht steigenden Tendenz. Es gibt Initiativen, den Professorinnenanteil zu erhöhen - z.B. indem man die Zuwendungen an einen Fachbereich von dessen Professorinnenquote abhängig macht.

Es gibt spezielle Förderprogramme für Frauen. Im Rahmen des Ada-Lovelace-Projektes wenden sich z.B. engagierte Studentinnen naturwissenschaftlich - technischer Fächer sozusagen als Vorbild an interessierte Schülerinnen und ermuntern sie, eine naturwissenschaftliche Ausbildung zu beginnen. Einen ähnlichen Ansatz verfolgen die diversen lokalen Mentoring-Programme, in denen berufserfahrene Frauen jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen Hilfestellung geben. Diese Programme sind in einem bundesweiten Dachverband Forum Mentoring e.V. organisiert. Von der GDCh wurde im Jahr 2000 der Arbeitskreis Chancengleichheit in der Chemie eingerichtet. Die GDCh in formiert in ihrem eigenen Web-Angebot selbst über Frauenförderprogramme. (Geben Sie auf der GDCh-Homepage den Suchbegriff "Frauen" ein.)

 

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