Springe direkt zu Inhalt

Trauer um Dr. Wolfgang Mehnert

News vom 03.07.2026

Plötzlich und völlig unerwartet ist Dr. Wolfgang Mehnert, der mehr als 30 Jahre an unserem Institut als akademischer Rat bzw. Oberrat im Fach Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie gewirkt hat, verstorben.

Exzellente Lehre war ihm ein äußerst wichtiges Anliegen. Die Arzneiformenlehre des 3. Semesters bedeutete ihm dabei genauso viel wie die Vermittlung statistischer Methoden und die bestmöglich apparative Ausstattung des pharmazeutisch-technologischen Praktikums, um nur wenige Beispiele zu nennen. Ebenfalls Ausdruck seiner Leidenschaft, Inhalte zu vermitteln, sind seine Lehrbücher (Biopharmazie: Pharmakokinetik - Bioverfügbarkeit – Biotransformation/Langner, Mehnert; Arzneimittelwechselwirkungen mit der Nahrung: Einnahme vor, mit oder nach der Mahlzeit?/Weitschies, Mehnert; Mathematik und Statistik kompakt: Grundlagen und Anwendungen in Pharmazie und Medizin/Wätzig, Mehnert, Bühler) sowie das Kapitel „Therapeutische Äquivalenz“ im Lehrbuch Klinische Pharmazie – Grundlagen und Anwendung/Jaehde, Radziwill, Kloft. Diese Werke spiegeln gleichzeitig das stark interdisziplinäre Denken und Arbeiten von Wolfgang Mehner wider wie auch seine über 30 Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften und federführende Beteiligung im Teilprojekt „Lipidbasierte Trägersysteme zur optimierten lokalen und systemischen Wirkstoffapplikation“ der DFG-Forschungsgruppe 463. Maßgeblich für das Institut war darüber hinaus sein Einsatz bei der Errichtung des Neubaus in der Kelchstr. 31, Berlin-Steglitz. Ohne ihn wäre dieser nicht in der Qualität und geplanten Zeit realisiert worden. Bei all seinem Wirken ging es ihm in seiner Bescheidenheit nie darum, seine Leistungen hervorzuheben, es ging ihm immer um die Sache, für die er sich engagierte.

Mit dem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2015 begann für Wolfgang Mehnert ein neuer Lebensabschnitt, in dem die Pharmazie nicht mehr Hauptinhalt sein konnte. Sicher fiel ihm dies nicht leicht. Er konnte nun seine Interessengebiete vertiefen, zu denen der Garten und die Malerei, besonders von der Zeit des Impressionismus bis zur abstrakten Moderne, gehörten. Hingen schon während seiner Dienstzeit Nachdrucke von Werken Lyonel Feiningers in seinem Büro, hatte er nun mehr Zeit für Ausstellungsbesuche.

Wer mit Wolfgang Mehnert zusammenarbeitete oder auch nur gelegentlich beruflichen Kontakt hatte, lernte ihn gleichermaßen als äußerst kompetenten, gewissenhaften sowie hilfsbereiten und freundlich zugewandten Kollegen schätzen. Das Institut wird ihn in ehrender und dankbarer Erinnerung behalten.

Univ.-Prof. Dr. Burkhard Kleuser, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Pharmazie

3 / 33