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Apothekerin Anna Müller-Schöll

AMS160

Institut für Pharmazie

Klinische Pharmazie & Biochemie

Adresse
Kelchstr. 31
Raum 138 A
12169 Berlin
E-Mail
anna.mueller-schoell[at]fu-berlin.de

Curriculum Vitae

seit 07/2018

Doktorandin (Graduiertenprogramm „PharMetrX: Pharmacometrics & Computational Disease Modelling“) im AK Klinische Pharmazie & Biochemie von Frau Prof. Dr. Charlotte Kloft an der Freien Universität Berlin

07/2018

Approbation als Apothekerin

11/2017-04/2018

Zweite Hälfte des Praktischen Jahres für Pharmazeuten, Apotheke am Helmholtzplatz, Berlin

05/2017-10/2017

Erste Hälfte des Praktischen Jahres für Pharmazeuten, Pfizer Pharma GmbH, Berlin

09/2015-04/2017

Studentische Hilfskraft in der Arbeitsgruppe Analytik & Metabolismus von Frau Prof. Dr. Parr im Fachbereich Pharmazeutische Chemie, Freie Universität, Berlin

02/2014

Famulatur in der Spitzweg-Apotheke, Stuttgart

08/2013

Famulatur, Krankenhaus-Apotheke des Robert-Bosch-Krankenhauses, Stuttgart

04/2013-04/2017

Studium der Pharmazie, Freie Universität, Berlin

09/2012-02/2013

Praktikum im Projekt CommentVisions zum Klimawandel und erneuerbaren Energien, Euronews, London, Vereinigtes Königreich

06/2012

Abitur am Karlsgymnasium Stuttgart

Der Schwerpunkt meiner Forschungsarbeit liegt auf der Optimierung moderner Krebstherapien für den individuellen Patienten durch die Anwendung Therapeutischen Drug Monitorings (TDM) in Verbindung mit einem pharmakometrischen Modellierungs- und Simulationsansatz.

Die Therapie von Krebserkrankungen hat sich über den Zeitraum der letzten 20 Jahre stark verändert: Traditionell angewendete - meist unspezifische - Chemotherapien werden zunehmend durch neue therapeutische Ansätze wie monoklonale Antikörper, zielgerichtete orale Krebsmedikamente (tOADs) und/oder Immuntherapien ergänzt. Obwohl die Prognose vieler Krebserkrankungen dadurch signifikant verbessert werden konnte, hat die Einführung dieser Behandlungsoptionen auch neue Herausforderungen mit sich gebracht:

Projekt 1: Zielgerichtete orale Krebsmedikamente (tOADs)
Das sich kontinuierlich weiterentwickelnde Feld der tOADs besteht zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus zielgerichteten antihormonellen Medikamenten, Proteinkinase-Inhibitoren (KIs) sowie einzelnen anderen Substanzen. Mit aktuell 38 zugelassenen Vertretern bilden Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKIs) die größte und am schnellsten wachsende Subgruppe der tOADs. TKIs greifen gezielt in bestimmte Signalwege ein, für die in einer Vielfalt von Krebserkrankungen charakteristische Mutationen zu beobachten sind. tOADs zeigen typischerweise eine komplexe Pharmakokinetik, ein enges therapeutisches Fenster und ein hohes Potential für (schwere) unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAWs). Trotzdem werden die oben genannten Eigenschaften im aktuell überwiegend praktizierten „One dose fits all“-Ansatz, in welchem jeder Patient die gleiche Dosis erhält, weitgehend ignoriert. Dies führt zu bis zu 16-fachen Unterschieden zwischen beobachteten Plasmaspiegeln in individuellen Patienten. Während subtherapeutische Medikamentenspiegel zu einem Wirkungsverlust führen können, erhöhen supratherapeutische Medikamentenspiegel das Risiko für eine geringe Therapietreue oder sogar ein Absetzen des Medikaments. In meiner Forschungsarbeit beschäftige ich mich mit Möglichkeiten, modell-informierte Präzisionsdosierung (MIPD) für die Optimierung von Dosierungsregimen für tOADs auf der Basis von patientenspezifischen Charakteristika, Medikamenteneigenschaften und bereits bewiesenen oder vielversprechenden therapeutischen Zielwerten zu nutzen. MIPD basiert auf der Nutzung pharmakokinetischer/pharmakodynamischer (PK/PD) Modelle für die Schätzung von Populations- und patientenindividuellen PK/PD-Parametern, der Berechnung von Wahrscheinlichkeiten für die Erreichung therapeutischer Zielwerte unter verschiedenen Dosierungsregimen und der rationalen Auswahl von (Initial)-Dosierungen für den individuellen Patienten. Dies erlaubt schließlich die Auswahl eines maßgeschneiderten Dosierungsregimes, welches den Behandlungserfolg für den einzelnen Patienten maximiert und gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit für UAWs minimiert. In diesem Zusammenhang liegt mein gegenwärtiger Fokus auf dem antihormonellen Medikament Tamoxifen und einzelnen Vertretern aus der Klasse der Tyrosinkinase-Inhibitoren.

Projekt 2: Chimäre Antigenrezeptor T-Zellen (CAR-T Zellen)
CAR-T Zellen sind eine vielversprechende neue Behandlungsoption aus der Klasse der Krebs-Immuntherapien. Kurz zusammengefasst werden für diese Therapie zunächst T Zellen aus dem Blut eines Patienten gewonnen und anschließend genetechnisch so verändert, dass sie einen synthetischen chimären Antigenrezeptor (CAR) exprimieren, welcher spezifisch die Krebszellen des Patienten erkennt. Nach einer 1-2 Wochen dauernden Expansionsphase werden die hergestellten CAR-T Zellen in den Patienten zurückinfundiert, wo sie Krebszellen spezifisch erkennen und eliminieren. Während bereits ein beachtlicher Erfolg in der Behandlung verschiedener Blutkrebsarten erzielt werden konnte, wurden gleichzeitig auch neue Herausforderungen identifiziert: Während sich CAR-T Zellen in einigen Patienten rasch vermehren und teils über Jahre persistieren, überleben sie in anderen Patienten nur für eine kurze Zeit, was zu Wirkungsverlust und Progression der Krebserkrankung führen kann. Verschiedene Faktoren können die Expansion und Langzeit-Persistenz der CAR-T Zellen beeinflussen. Diese beinhalten zum Beispiel die Häufigkeit verschiedener CAR-T Zell Phänotypen im Infusionsprodukt, Art und Intensität von (vor der CAR-T Zell-Infusion durchgeführten) lymphoablativen Chemotherapien, Tumorlast sowie Art und Konzentration verschiedener Zytokine. In meiner Forschungsarbeit untersuche ich die Relevanz dieser Faktoren für CAR-T Zell -Expansion und -Persistenz mittels eines systembasierten semi-mechanistischen Modellierungs- und Simulationsansatzes, um anschließend neue Strategien für verbesserte Behandlungserfolge zu entwickeln.