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Invasive Ameisenarten: Neues Forschungsprojekt untersucht Folgen für Natur und Artenvielfalt in Europa

Dr. Tiago Vinicius Fernandes

Dr. Tiago Vinicius Fernandes
Bildquelle: Bruna M. Campos

News vom 07.05.2026

Sie sind nur wenige Millimeter groß – und können dennoch ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen: Invasive Ameisenarten zählen weltweit zu den größten Bedrohungen für die biologische Vielfalt. Ein neues Forschungsprojekt in Spanien und Süddeutschland untersucht nun, wie stark diese Tiere natürliche Prozesse beeinflussen und wie sich betroffene Lebensräume nach einer Bekämpfung erholen können.

Projektverantwortlicher ist der Biologe Dr. Tiago Vinicius Fernandes aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Tomer Czaczkes am Institut für Biologie. Gefördert wird das Vorhaben durch das Walter-Benjamin-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Das Programm soll Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Qualifizierungsphase nach der Promotion ermöglichen, ein eigenes Forschungsprojekt selbstständig an einem Ort ihrer Wahl umzusetzen.

Im Fokus der Studie stehen zwei invasive Arten: die Argentinische Ameise (Linepithema humile) in Spanien und Tapinoma magnum in Süddeutschland. Beide Arten breiten sich seit Jahren in Europa aus und verdrängen heimische Insektenarten. Welche Folgen das für die Funktionsweise ganzer Ökosysteme hat, ist bislang jedoch kaum erforscht.

„Invasive Ameisen beeinflussen nicht nur einzelne Arten, sondern möglicherweise zentrale Abläufe in der Natur“, erklären die Forschenden. Dazu gehören etwa die Verbreitung von Samen, die Bestäubung von Pflanzen oder die Beseitigung toter Tiere. Fallen heimische Arten weg oder werden verdrängt, kann das weitreichende Folgen für andere Tiere und Pflanzen haben.

Das auf zwei Jahre angelegte Projekt untersucht deshalb verschiedene Prozesse in betroffenen Lebensräumen. Erste Ergebnisse aus Pilotstudien in Spanien zeigen bereits deutliche Auswirkungen: In Gebieten mit der Argentinischen Ameise werden weniger Samen verbreitet und weniger tote Tiere beseitigt. Andere Prozesse, etwa die Jagd auf kleine Tiere, scheinen dagegen bislang kaum beeinflusst zu werden. Langfristig soll das Projekt helfen, die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen besser zu verstehen und wirksame Strategien gegen invasive Arten zu entwickeln. Die Ergebnisse könnten künftig auch in Naturschutzmaßnahmen und politische Entscheidungen auf nationaler und europäischer Ebene einfließen.

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