Diana Giménez-Ibáñez erhält Berliner Nachwuchspreis für Fluorchemie

News vom 19.12.2019

Die spanische Chemikerin Dr. Diana Giménez-Ibáñez wird für ihre Arbeit zum Einfluss Fluor-Spezifischer Wechselwirkungen auf die Sekundärstruktur von Peptiden mit dem Berliner Nachwuchspreis für Fluorchemie geehrt. Mit der Auszeichnung werden herausragende wissenschaftliche Publikationen von Nachwuchswissenschaftlerinnen bis fünf Jahre nach ihrer Promotion gewürdigt. Diana Giménez-Ibáñez habe mit hohem Aufwand bestimmte Modellproteine fluoriert, um Fluor-Spezifische Wechselwirkungen zwischen Aminosäuren dieser Proteine zu erzeugen und damit die Sekundärstrukturen zu stabilisieren, erklärte die Jury; es sei besonders schwierig, Fluor oder fluorierte Gruppen ausschließlich an den erwünschten Stellen in einem Protein einzubauen, da Fluor sowie seine Verbindungen in der Regel extrem reaktiv seien und daher oftmals unselektiv verschiedene Teile eines Proteins angriffen. Der mit 2.500 Euro dotierte Nachwuchspreis wird verliehen vom Sonderforschungsbereich (SFB) 1349 "Fluor-Spezifische Wechselwirkungen" und der Solvay Fluor GmbH. An dem SFB sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin, des Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft, der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, der Universität Bayreuth sowie der Universität Stuttgart beteiligt. Die Preisverleihung findet am 16. Januar 2020 statt, sie ist öffentlich, der Eintritt frei.

Diana Gimnéz-Ibáñez studierte Chemie an der Universitat de València (Spanien). Seit dem Jahr 2018 ist sie als Postdoktorandin in der Arbeitsgruppe des Chemikers Prof. Dr. Steven L. Cobb an der University of Durham (Großbritannien) tätig. Ihr Schwerpunkt ist die Untersuchung des Lipopeptids Fegycin mit Techniken aus der Biologie, der Chemie und der Biophysik; ihr Ziel ist es den Wirkmechanismus von Fungiziden besser zu verstehen.

Proteine bestehen aus langen Ketten von Aminosäuren, deren Abfolge als Primärstruktur bezeichnet wird. Durch Wechselwirkungen zwischen den Aminosäuren innerhalb einer solchen Kette entstehen verschiedene Sekundärstrukturen wie sogenannte Helices oder Faltblatt-Strukturen. Die Sekundärstruktur bestimmt maßgeblich die Wirksamkeit eines Proteins, beispielsweise als Hormon oder als Medikament. In der Natur werden Sekundärstrukturen durch Wasserstoffbrückenbindungen stabilisiert, die jedoch leicht brechen können. Wesentlich stabiler sind Fluor-Spezifische-Wechselwirkungen; Fluor kommt allerdings nicht in natürlichen Proteinen vor und muss zunächst synthetisch eingebracht werden.

Zeit und Ort der Preisverleihung

  • Donnerstag, 16. Januar 2020, Beginn um 13.00 Uhr
  • Freie Universität Berlin, Hörsaal (B.001), Arnimallee 22, 14195 Berlin

Weitere Informationen

Sonderforschungsbereich 1349: www.sfb1349.de

Kontakt

  • Dr. Carsten Müller
    Institut für Chemie und Biochemie
    wissenschaftlicher Koordinator des Sonderforschungsbereichs 1349 "Fluor-Spezifische Wechselwirkungen"
    E-Mail: carsten.mueller@fu-berlin.de
    Telefon: 030 / 838-60912
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