Deutschlandfunk Kultur berichtet über Kunst und Forschung zu Mikroplastik im Boden

News vom 03.09.2019

Die Forschung des Biologie-Professor Matthias Rillig zu den Auswirkungen von Mikroplastik im Boden hat die slowenische Künstlerin Saša Spačal inspiriert: In ihren Werken geht es um den Einfluss der Menschen auf die Bodenwelt. Für die Sound-Installation mit dem Titel „Plasticity“ hat Spačal Regenwürmer in ein Terrarium gesetzt, Mikroplastik hinzugefügt und die Geräusche unter der Erde aufgezeichnet.

In einem halbstündigen Feature berichtet Anja Krieger für Deutschlandfunk Kultur über das Kunstprojekt und die Forschung des Biologie-Professors, der unter anderem die Interaktion von Regenwürmern mit den feinen Plastikpartikeln im Experiment untersucht hat. Zu Wort kommt auch Abel Machado: Der Ozeanograph hat im Labor von Matthias Rillig für seine Doktorarbeit geforscht und konnte im Experiment zeigen, dass Plastikteilchen in der Größe von Nanopartikeln an Wurzeln von Salatpflanzen haften und deren Wachstum beeinträchtigen können. Ob daraus tatsächlich ein Problem für die Landwirtschaft entstehen kann, ist nicht sicher, das müsse weitere Forschung zeigen, sagt Matthias Rillig.

Einen anderen Aspekt von Plastik in der Umwelt erkundete die Autorin mit Reinhold Leinfelder, Geologie-Professor an der Freien Universität. Weil in Bodenschichten eingebettetes Plastik über Millionen Jahre überdauern kann, spricht Leinfelder von einem „Technofossil“: Der Abfall ist rund um die Welt fein verteilt und könnte eine klare Markierung im Gestein hinterlassen, ein Zeugnis des menschgemachten Plastikzeitalters. Doch Leinfelder ist Optimist und hofft, dass die nächste Bodenschicht dann von einer Wende erzählen wird.

Der Beitrag „Plastik als Risiko: Kunststoff verschmutzt die Böden – mit Folgen“ von Anja Krieger ist zum Nachhören (auch als Podcast) auf der Website von Deutschlandfunk Kultur verfügbar.

>>Zur Pressemitteilung über die Studie zu Mikroplastik im Boden

 

 

 

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