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American Chemical Society zeichnet Frank Noé aus

News vom 21.01.2019

Prof. Dr. Frank Noé vom Fachbereich Mathematik und Informatik an der Freien Universität Berlin erhält den diesjährigen Early-Career-Preis für theoretische Chemie der American Chemical Society (ACS). Die weltweit renommierte Fachgesellschaft begründet ihre Entscheidung mit der wichtigen Pionierarbeit Noés bei der Entwicklung innovativer rechnergestützter Methoden für die Biophysik. Insbesondere bei der "Markov-Modellierung" und deren Anwendung auf Proteinsimulationen habe Noé vielversprechende wissenschaftliche Erkenntnisse hinzugewinnen können. Die Markov-Modellierung ist eine Methode des maschinellen Lernens, ein Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Markov-Modelle erlauben es, die komplexe Dynamik von Proteinen und anderen Molekülen durch einen zufälligen Sprungprozess zwischen diskreten Zuständen darzustellen, die verschiedenen Proteinstrukturen entsprechen. Mithilfe dieser Modelle widmet sich der Wissenschaftler der Lösung des sogenannten Sampling Problems. Das Problem besteht darin, dass die direkte Simulation von Proteinfaltung oder Bindung - beispielsweise an Medikamente - selbst auf einem Supercomputer Jahre bis Jahrhunderte dauern würde. Die von Prof. Noé entwickelten Methoden ermöglichen solche Simulationen innerhalb von Wochen auf herkömmlichen Grafikkarten. Die Abteilung für physikalische Chemie der American Chemical Society vergibt jedes Jahr einen "Senior"- und einen "Early Career"-Preis für theoretische wie auch für experimentelle physikalische Chemie. Die Auszeichnung soll herausragende wissenschaftliche Fortschritte einzelner Mitglieder der ACS-Vereinigung würdigen. Die Preise des Jahres 2019 werden im Herbst während des ACS National Meetings im US-amerikanischen San Diego verliehen. Die Gesellschaft zählt rund 160 000 Mitglieder weltweit.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung.

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