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Probleme bei der Kennzeichnung

Nicht immer steht es auf dem Flaschenetikett.

Unbekanntes Potential

Wenn das krebserzeugende, erbgutverändernde oder reproduktionstoxische Potential eines Stoffes noch gar nicht bekannt ist, kann davon natürlich nichts auf dem Flaschenetikett stehen.

Unklare experimentelle Befunde

Nicht immer sind experimentelle Befunde eindeutig. Da es bis auf die Stoffe mit harmonischer Einstufung Sache des Herstellers ist, für die korrekte Kennzeichnung zu sorgen, kann es vorkommen, dass verschiedene Hersteller zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. "Juristisch" kann man einen identischen Stoff dann also mit unterschiedlichen Gefährdungsmerkmalen kaufen, also z.B. hier "krebserzeugend" und dort "nicht krebserzeugend".

Unterschiedlich gedeutete Befunde bei harmonisch eingestuften Stoffen

Die harmonische Einstufung kann sogar dazu führen, dass ein Stoff bei der Verwendung definitiv als krebserzeugend anzusehen ist, obwohl davon nichts auf dem Etikett steht! Das Wesen der harmonischen Einstufung besteht ja in der dadurch EU-weit verbindlich festgelegten Einstufung. Auch hier kann es so sein, dass die experimentellen Befunde nicht eindeutig sind, oder sich aus anderen Gründen eine bestimmte Einstufung nicht hat durchsetzen können.

Es ist den einzelnen Mitgliedstaaten unbenommen, interpretierbaren Befunden weniger Zweifel entgegenzubringen und beispielsweise einen Verdacht auf ein krebserzeugendes Wirkpotential zur erwiesenen Tatsache zu erklären. Wer das tut, darf freilich trotzdem nichts am Flaschenetikett ändern, wenn dies durch die harmonische EInstufung verbindlich vorgegeben ist. Man kann diese Erkenntnis nur an anderer Stelle rechtsverbindlich publizieren. In Deutschland geschieht dies durch die TRGS 905 "Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe".

  • Die TRGS enthält zu diesem Zweck nur Stoffe mit einer harmonischen Einstufung, die in Deutschland abweichend zu handhaben sind. Es handelt sich also keineswegs um eine Gesamtliste aller kmr-Stoffe!

Die TRGS 905 ist nicht sehr lang. Zu den für ein universitäres Chemielabor bedeutenden Einträgen zählen Chloroform (was man deshalb möglichst durch Dichlormethan ersetzt) und Benzylchlorid (welches man deshalb möglichst gegen Benzylbromid ersetzt). Je nach Arbeitsbereich könnte noch die eine oder andere Chemkalien hinzukommen. Das Problem wird aber übersichtlich bleiben.