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Chloroform > Dichlormethan

Chloroform ist ein vorzügliches Lösemittel. Im Kontakt mit Luft bildet sich aber rasch Phosgen, weshalb es nur z.B. mit 1 % Ethanol stabilisiert in den Handel gebracht wird. Gegenüber Basen ist es nicht stabil und kann unter diesen Bedingungen z.B. im Gemisch mit Aceton gefährlich heftige Reaktionen eingehen. Chloroform gehört zu den wenigen laborrelevanten Stoffen, denen es dem Etikett nicht anzusehen ist, dass sie in Deutschland als krebserzeugender Stoff zu gelten haben. Das liegt daran, dass Chloroform einerseits eine harmonische Einstufung besitzt, nach der (nur) ein begründeter Verdacht auf krebserzeugendes Potential besteht, andererseits der AGS in der TRGS 905 eine Einstufung vorgenommen hat, nach der Chloroform als sicher für den Menschen krebserzeugend anzusehen ist. Auch wenn Beschreibungen darauf hindeuten, dass die krebserzeugende Aktivität eher schwach ist, gelten beim Umgang z.B. die entsprechenden Verpflichtungen der Gefahrstoffverordnung.

In der Regel fällt es meist nicht schwer, Chloroform durch Dichlormethan zu ersetzen. Eine Ausnahme ist die Aufnahme von NMR-Spektren, da hier deuteriertes Chloroform das Standardlösemittel ist und deshalb unbedingt verwendbar bleiben muss. Das muss dann auch für die kleine Menge nicht deuterierten Chloroforms gelten, welches man für entsprechende Löslichkeitsversuche für die NMR-Spektroskopie braucht.