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Säuren

Verdünnen ist nie falsch

Kann man bei Schwefelsäure vielleicht noch überlegen, ob sich ein inertes Bindemittel finden lässt, so wird man bei konzentrierter Salzsäure oder rauchender Salpetersäure lieber die aggressiven Dämpfe schnellstmöglichst unter Kontrolle bringen wollen, bei der Salpetersäure darüber hinaus auch die akute Brandgefahr durch das starke Oxidationspotential.

Alle diese Säuren lassen sich durch Verdünnen mit Wasser desaktivieren. Weil die verschütteten Säuren nur als Film auf dem Boden oder auf der Arbeitsfläche liegen, gibt es eine vorzügliche Wärmeableitung, weshalb heftige Reaktionen des Wassers z.B. mit Schwefelsäure nicht zum Verspritzen führen. Selbst Chlorsulfonsäure reagiert unter diesen Bedingungen einigermassen moderat, freilich unter Bildung massiver Mengen von Salzsäuregas, weshalb die Desaktivierung in diesem Fall Abstand und einen wirksamen Atemschutz erfordert, wenn das Problem außerhalb des Abzugs aufgetreten ist.

Die verdünnten Säuren können mit Natriumhydrogencarbonat neutralisiert werden. Man schüttet dazu die Substanz auf die Pfütze, bis es an keiner Stelle mehr schäumt. Anschließend kann aufgenommen oder in den Bodeneinlauf gespült werden. Es ist mit einem massiven Reinigungsaufwand zu rechnen, da bei der Neutralisation eine große Menge Salz entstanden ist und deshalb mehrfach nachgewischt werden muss, bis die Fläche salzfrei abtrocknet.

Im Abzug verschüttete kleinere Mengen können auch direkt mit Wasser in den Ausguss gespült werden.