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Säurehalogenide

Sehr unterschiedliches Verhalten

Organische Säurehalogenide

Wegen der unterschiedlichen Reaktivität können hier nur allgemeine Hinweise gegeben werden. Es gibt drei Möglichkeiten:

  1. Entsorgung als Einzelgebinde Vorteil: Wenig Arbeit, aber mit höheren Kosten verbunden.
  2. In den Lösemittelabfall geben. Damit Ihnen dabei nicht der ganze Abfall um die Ohren fliegt, darf die Zugabe nur in kleinen Portionen erfolgen. Sie müssen dazu nicht Stunden bis Tage daneben stehen, sondern nur immer mal wieder den nächsten kleinen Schluck in die Abfallkanne geben, die dazu schon gut gefüllt sein sollte, weil es in der leeren Kanne natürlich nichts zum Abreagieren gibt und im Gegenteil die anschließend hineingegebenen Stoffe auf eine brisante Mischung treffen. Der etwas höhere Aufwand wird mit den niedrigeren Entsorgungskosten versüßt. Das Rühren der Mischung während der Zugabe erhöht die Sicherheit beträchtlich.
  3. Desaktivieren mit zum Beispiel Wasser oder Alkohol. Selbst wenn Sie dabei 'kostenloses' Wasser einsetzen, erhöhen Sie die Abfallmenge und damit die Entsorgungskosten. Eine Desaktivierung macht nur dann Sinn, wenn anschließend preiswerter als Lösemittelabfall entorgt werden kann.

Phosphorylchlorid (Phosphoroxychlorid):

Die Nachfolgende Desaktivierung macht nur Sinn, wenn wegen der geringen Menge eine abschließende Entsorgung ins Abwasser geplant ist. Ansonsten ist die Abgabe als Einzelgebinde wirtschaftlicher.

Bei der Hydrolyse in reinem Wasser kann es zu einem gefährlichen verzögerten Durchgehen der Reaktion kommen!

Man arbeitet daher besser gleich in salzsaurer Lösung wie folgt:
In einem Dreihalskolben mit Gasableitung und Tropftrichter wird wenig Salzsäure vorgelegt. Aus dem Tropftrichter wird unter kräftigem Rühren etwas Phosphorylchlorid hinzugetropft, bis die entstehende Mischung warm bis heiß geworden ist. Darauf wird abwechselnd mit Eis und mit Phosphorylchlorid versetzt, so dass die Mischung möglichst gleichmäßig warm bleibt, ohne aufzusieden. Die entstehenden sauren Reaktionsgase werden aufgefangen. Es ist darauf zu achten, dass das zutropfende Phosphorylchlorid augenblicklich abreagiert, ohne sich als separate Phase abzuscheiden. Andernfalls ist die weitere Zugabe sofort einzustellen und die Abreaktion abzuwarten! Einmal richtig in Gang gekommen, können auch größere Mengen des Phosporylchlorids relativ rasch zersetzt werden. Falls erforderlich, kann der Kolben auch von außen gekühlt werden.
Da die resultierende Mischung sehr sauer ist, sollte sie neutralisiert werden. Die erhaltene Salzlösung kann ins Abwasser gegeben werden.
Wassergefährdungsklassen: Phosphate: schwach wassergefährdend (WGK 1), Chlorid: nicht wassergefährdend

Phosphortribromid, Sulfurylchlorid:

Die Nachfolgende Desaktivierung macht nur Sinn, wenn wegen der geringen Menge eine abschließende Entsorgung ins Abwasser geplant ist. Ansonsten ist die Abgabe als Einzelgebinde wirtschaftlicher.

Die Säurehalogenide werden in verdünnter überschüssiger wässriger Natronlauge zersetzt. Wird die Reaktion zu heftig, so wird mit Eis gekühlt. Die neutralisierte Reaktionsmischung wird ins Abwasser gegeben.