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Quecksilber

Quecksilber und seine Verbindungen immer gesondert sammeln

Wenn Sie Quecksilber zu Hause verschüttet haben sind Sie hier falsch. Klicken Sie auf diesen Link!

Quecksilber darf nicht mit anderen Abfällen vermengt werden. Fällt es als Gemenge mit anderen Stoffen an, zum Beispiel als quecksilberhaltiger Bodenkehricht, den Sie nach dem Bruch eines Quecksilberthermometers auf dem Fussboden unter den Schränken hervorkehren, so muss eben als "quecksilberhaltiger Bodenkehricht" in einem Einzelgebinde entsorgt werden. Entsorgen Sie Quecksilberverbindungen und elementares Quecksilber separat! Es kann sein, dass Abfälle mit elementarem Quecksilber recycelt werden können, z.B. aus Thermometerbruch. Der Entsorger muss dazu das Quecksilber nur wieder herausdestillieren. Ob er das tut oder nicht ist vom Entsorger und von ökonomischen Gegebenheiten abhängig.

Versuchen Sie möglichst die Abfallmenge klein zu halten, bzw. zu verringern. Beim Bruch eines Quecksilberthermometers kann man z.B. oft mit dem Glasschneider sehr einfach eine quecksilberfreie obere Hälfte des Thermometers abschneiden und muss nur den unteren Glasrest als quecksilberhaltigen Abfall entsorgen. Wenn das Quecksilber die Chance zum Verspritzen hatte, müssen Sie jedoch sehr genau hingucken: Dann kann nämlich auch die obere Hälfte sehr kleine Quecksilbertröpfchen enthalten.

Schütten Sie niemals irgendetwas auf verschüttetes Quecksilber drauf!

Schwefelpulver ist wirkungslos und verursacht nur gleich zwei Mal Kosten: Sie müssen das Schwefelpulver kaufen - und Sie zahlen hohe Entsorgungskosten für das jetzt quecksilberhaltige Schwefelpulver. Zinkpulver dito! Jodkohle hilft gegen Quecksilbderdämpfe, gegen flüssiges Quecksilber ist es machtlos und verursacht nur eine elende Schmiererei!

Weiträumig auf dem Boden verteilte Quecksilbertropfen lassen sich vorzüglich zusammenfegen. Wenn es eine kleinere Fläche ist, tut das gleiche ein dafür bereitgehaltenes Flachpinselchen. Steht Ihnen ein Kunststoffschäufelchen angemesserner Größe zur Verfügung, können Sie das Quecksilber gleich dort hinein fegen bzw. pinseln. Gießen Sie dann über einen Trichter in das Entsorgungsgefäß ab.

Alternativ hilft auch ein Zinkblech, mit dem das Quecksilber amalgamiert. Das Zinkblech funktioniert erst dann, wenn man es mit etwas verdünnter Salzsäure angeätzt hat. (Nebenbei: Weil man Zinkpulver schlecht anätzen kann, funktioniert es eben mit Zinkpulver auch nicht.) Das frisch angeätzte Blech wird an die Quecksilbertröpfchen gehalten, woraufhin diese "wie magnetisch" an das Blech springen und über einem weithalsigen Entsorgungsgefäß abgeschüttelt werden können.Die nachfolgende Abbildung vermittelt einen Eindruck des Geschehens:

Der Pfeil zeigt auf ein Quecksilbertröpfchen, welches gerade an das Zinkblech springt. Die amalgamierte Oberfläche oxidiert nicht mehr so leicht, aber von Zeit zu Zeit muss doch noch mal angeätzt werden. Das Zinkblech verbraucht sich beim Sammeln des Quecksilbers allmählich.

Quecksilber hat einen schlechten Ruf. Zur Einstufung nach GHS gehört der H-Satz 330: "Lebensgefahr bei Einatmen". Dennoch fällt man nicht gleich tot um, wenn etwas Quecksilber offen herumliegt. Der Grund liegt darin, dass Quecksilber bei Raumtemperatur nur einen sehr schwachen Dampfdruck hat und die Dämpfe überdies erheblich schwerer als Luft sind und zum Boden absinken. Freilich muss es restlos entfernt werden, denn in den Körper aufgenommenes Quecksilber wird nur sehr langsam wieder ausgeschieden, weshalb die Dauerbelastung auch mit kleinen Mengen irgendwann gesundheitliche Folgen haben kann.