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Metallalkyle

Desaktivierung der Reaktivität anpassen.

Metallalkyle werden wie Natrium oder Kalium desaktiviert. Die Reaktionsbedingungen sind der Reaktivität des Metallalkyls anzupassen. Die Reaktion ist träger mit höheren, vor allem auch mit tertiären Alkoholen. Im gleichen Sinne wirkt das Verdünnen mit einem inerten Lösungsmittel.

  • Kühlen Sie bei der Desaktivierung nicht im Eisbad, wenn Sie bei einem Kolbenbruch heftige bis verheerende Reaktionen befürchten müssen!

 

n-Butyllithium in Hexan

Eigenschaften

n-Butyllithium ist als selbstentzündliche Chemikalie eingestuft! Es ist von der Konzentration abhängig, ob mit dieser Gefahr tatsächlich zu rechnen ist oder nicht. Die häufig verwendete 15 %ige Lösung in Hexan neigt in Labormengen zum Beispiel nicht zur Selbstentzündung. Zu beachten ist, dass das Lösemittel aus offenen oder verschütteten Lösungen abdampft und sich die Mischung also gefährlich aufkonzentrieren kann.

n-Butyllithium zersetzt sich mit der Zeit zu ebenfalls hochreaktivem Lithiumhydrid, welches als feiner Niederschlag in der Lösung zu erkennen ist. Die häufiger anzutreffende Ursache für einen Niederschlag ist allerdings die durch eingedrungene Feuchtigkeit erfolgte Bildung eines Lithiumhydroxid-Niederschlages. Je mehr Niederschlag sich bildet, umso mehr hellt sich die im Urzustand gelbliche Lösung auf. Der klare Überstand der Mischung kann nach Bestimmen der Konzentration durch Titration der nach hydrolytischer Spaltung erhaltenen Lauge oder - genauer - durch doppelte Titration nach Gilman (Siehe Houben-Weyl, Methoden der Organischen Chemie; Thieme: Stuttgart, 1970; Band 13/1, S.23) weiterhin verwendet werden.

Entsorgung

n-Butyllithium kann als Einzelgebinde entsorgt werden. Die nachfolgend beschriebene Desaktivierung erzeugt preiswerter zu entsorgende Abfälle.

Probieren Sie die Reaktionsfreudigkeit im Handversuch aus, bevor Sie eine gesamte Charge desaktivieren!

Bei Konzentrationen <= 2 molar kann die Vernichtung durch vorsichtiges Eintropfen in Wasser erfolgen. Stark gealterte Chargen können sogar mit Wasser übergossen werden. Stärker konzentrierte Lösungen werden zuvor mit Hexan entsprechend verdünnt, was allerdings die Sinnhaftigkeit der Desaktivierung wegen der dadurch wieder ansteigenden Entsorgungskosten in Frage stellt. In offen betriebenen Reaktionsgefäßen soll das Lösemittel bei der Wasserzugabe nicht aufsieden. Der gebildete Lithiumhydroxid-Niederschlag wird durch etwas Salzsäure in Lösung gebracht und die Mischung gleichzeitig neutralisiert. Die wässrige Pase wird in den Ausguss, das organische Lösemittel als Lösemittelabfall entsorgt.