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Bundesagentur für Sprunginnovationen fördert Vorhaben zur Entwicklung antiviraler Mittel

News vom 27.10.2022

Ein internationales Team unter der Leitung der Freien Universität Berlin wird für die Entwicklung neuer antiviraler Wirkstoffe durch die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) gefördert. Ausgezeichnet wurde das MucBoost-Projekt, geleitet von Dr. Daniel Lauster vom Institut für Chemie und Biochemie. Es wird als eines von insgesamt sechs Projekten bundesweit gefördert und erhält 1,5 Millionen Euro. Das Team entwickelt ein „Upgrade gegen Krankheitserreger“, bei dem die antivirale Wirksamkeit des Mukus, des Schleims, der die Atemwege überzieht, gezielt verstärkt wird. Zu dem Team zählen neben Antragsteller Dr. Daniel Lauster, Prof. Dr. Benedikt Kaufer und Dr. Jakob Trimpert als weitere Mitglieder der Freien Universität Berlin sowie Prof. Dr. Christian Hackenberger vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP), Prof. Christian Sieben vom Helmholtz Zentrums für Infektionsbiologie (HZI), Dr. Prisca Boisguerin vom „Institut national de la santé et de la recherche médicale“ (Inserm) aus Montpellier sowie Dr. Marius Hittinger vom Pharmaentwicklungsunternehmens PharmBioTec und Dr. Andreas Bilstein von URSATEC, einem Anbieter von Dosiersystemen. Die Auszeichnung wurde am Mittwoch verliehen.

Dieses Upgrade funktioniert nach Angaben der Forschenden nach einem Baukastenprinzip; es könne so flexibel an unterschiedlichste Viren angepasst werden. Gleichzeitig habe der Ansatz nach Einschätzung der Forscherinnen und Forscher das Potenzial, die Übertragbarkeit von Viren so zu verringern, dass diese verstärkt am Mukus haften bleiben. „Er wirkt also wie eine molekulare Maske“, erklärt Daniel Lauster.

Gefördert werden die Projekte im Rahmen der zweiten Phase der SPRIND Challenge „Ein Quantensprung für neue antivirale Mittel“. Die sechs Teams erhalten für die kommenden zwölf Monate jeweils bis zu 1,5 Millionen Euro für die Entwicklung von neuen Wirkstoffkandidaten gegen virale Krankheiten. Für die dritte und letzte Stufe des Innovationswettbewerbs werden bis zu vier Teams ausgewählt, die dann jeweils weitere zwei Millionen Euro für die Fortführung ihrer Entwicklungsarbeiten erhalten.

Eine Jury aus Wissenschaft und Wirtschaft hatte in der zweiten Wettbewerbsrunde aus neun Teams die sechs Kandidaten ausgewählt, die an der nächsten Stufe dieses Innovationswettbewerbes teilnehmen werden. Das Team um Daniel Lauster konnte die Jury überzeugen, dass die Arbeiten neue antivirale Medikamente hervorzubringen können, die das Potenzial haben, auch gegen heute noch unbekannte Viren erfolgreich eingesetzt werden zu können.

Im ersten Jahr der Förderung erzielte Daniel Lauster gemeinsam mit Christian Hackenberger am Berliner FMP eine chemische und biotechnologische Synthese des antiviralen Wirkstoffs. Die Syntheseprodukte wurden dann von Christian Sieben am HZI in Braunschweig in einem Hochsicherheitslabor auf ihre antivirale Wirkung an einem zellbasiertem Lungenmodell gegen Coronaviren erfolgreich getestet.

In der zweiten Förderphase soll die antivirale Substanz von Jakob Trimpert und Benedikt Kaufer an der Freien Universität Berlin in präklinischen Studien erprobt werden. Außerdem soll das System für eine Hemmung von Grippeviren in Zusammenarbeit mit Prisca Boisguerin in Montpellier angepasst werden, und es sollen Formulierungsarbeiten eines Nasensprays in Kooperation mit PharmBioTec und URSATEC gestartet werden. Aufgrund der vielversprechenden Technologie plant das Projekt MucBoost eine Ausgründung auf dem Campus der Freien Universität Berlin Ende 2023.

>> Zur vollständigen Pressemitteilung

Breaking Lab Video zu den 6 Teams der SPRIND-Challenge:

https://www.youtube.com/watch?v=86N5M5Zgqkg

Kontakt

Dr. Daniel Lauster, Institut für Chemie und Biochemie, Telefon: 030-83866286, E-Mail: daniel.lauster@fu-berlin.de

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