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Das Russisch-Deutsche Gemeinschaftslabors am Berliner Speicherring für Synchrotronstrahlung feiert 20-jähriges Jubiläum

Der Speicherring BESSY II wird auch in der kommenden Dekade dem Russisch-Deutschen Labor ausgezeichnete Möglichkeiten bieten.

Der Speicherring BESSY II wird auch in der kommenden Dekade dem Russisch-Deutschen Labor ausgezeichnete Möglichkeiten bieten.
Bildquelle: Eckart Rühl

News vom 22.11.2021

Anlässlich seines 20. Jubiläums hat das Russisch-Deutsche Labor am Speicherring BESSY II für Synchrotronstrahlung in Berlin einen Online-Workshop veranstaltet. Dabei diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die Zukunftsperspektiven der russisch-deutschen Zusammenarbeit sowie über innovative Projekte und neue Ziele des Labors.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler experimentieren vor allem mit neuen Materialien und entwickeln zukunftsträchtige Technologien. Sie analysieren beispielsweise die Eigenschaften von Kohlenstoffnanoröhren oder untersuchen elektrochemische Energiespeicher. Dafür nutzen sie modernste Geräte wie die Synchrotronstrahlungsquelle BESSY II in Berlin-Adlershof. Im Russisch-Deutschen Gemeinschaftslabor haben seit seiner Gründung vor zwei Dekaden zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Russland und Deutschland gearbeitet und seither rund 770 Publikationen veröffentlicht.

Die Forschungseinrichtung wird mittlerweile von acht Partnerorganisationen unterstützt – von der Freien Universität Berlin, dem Helmholtz-Zentrum Berlin, der Technischen Universität Dresden und der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. Hinzu kommen die Staatliche Universität St. Petersburg, das Ioffe Institute in St. Petersburg sowie das Kurchatov-Institut und das Shubnikov-Institut für Kristallographie in Moskau. Förderung erhält das Labor durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Messreisen unterstützt das Helmholtz-Zentrum Berlin und das Deutsch-Russische Exzellenz-Zentrum G-RISC, das durch den Deutschen Akademischen Austausch-Dienst (DAAD) mit Mitteln des Auswärtigen Amtes finanziert wird.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzten den Jubiläumsworkshop, um über aktuelle Highlights aus ihrer Forschung zu diskutieren. So ging es in den Fachvorträgen um den Magnetismus zweidimensionaler Kristalle, also um neuartige Materialien, die die Computerhardware der Zukunft leistungsfähiger und energieeffizienter machen können, sowie um neue Batteriematerialien und die Frage, warum neuartige Materialien für Solarzellen eine unerwartet hohe Effizienz zeigen. „Wie sieht die Zukunft des Russisch-Deutschen Labors aus?“, fragte Eckart Rühl, Professor für Physikalische Chemie an der Freien Universität Berlin und Koordinator des Forschungslabors. Neue Synchrotronstrahlungsquellen seien bereits in Deutschland und Russland in Planung.

„BESSY II wird auch in der kommenden Dekade dem Russisch-Deutschen Labor ausgezeichnete Möglichkeiten bieten. Und die geplante Nachfolgerquelle BESSY III wird bisher nicht durchführbare Experimente möglich machen!“, betonte Prof. Dr. Jan Lüning, wissenschaftlicher Direktor des Helmholtz-Zentrums Berlin. Auch neue Kooperationen, zum Beispiel mit weiteren russischen Forschungszentren, könnten zur Weiterentwicklung des Labors beitragen.

BESSY II

Mit dem Berliner Speicherring für Synchrotronstrahlung betreibt das Helmholtz-Zentrum-Berlin eine komplexe wissenschaftliche Anlage, die Röntgenstrahlung mithilfe von Elektronen erzeugt, die mit nahezu Lichtgeschwindigkeit im Speicherring kreisen. Das Russisch-Deutsche Labor betreibt zwei der Messplätze, die parallel an BESSY II genutzt werden können, um einzigartige Experimente zur Erforschung der elektronischen Eigenschaften von komplexen Materialien durchzuführen.

Weitere Informationen zum Russisch-Deutschen Labor bei BESSY II

https://www.helmholtz-berlin.de/projects/rgl/index_en.html

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