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Kristina Fricke

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Drittmittelprojekt

Adresse
Schwendenerstr. 1
Raum 3.04
14195 Berlin

Analyse von biologie-spezifischen nature of science-Merkmalen im Biologiecurriculum (Bio-NOS)

Gefördert durch: Deutsche Forschungsgemeinschaft (Projektnummer 423393239)

Projektleitung: Dr. Bianca Reinisch

Mitarbeit im Projekt: Kristina Fricke

Schulbücher sind Vermittler zwischen dem intendierten (z.B. Rahmenlehrpläne), dem implementierten (z.B. Unterricht) und dem erreichten Curriculum (z.B. Kompetenzen von Schüler*innen) und stehen im Fokus bei der Analyse von Einflüssen auf das zu erreichende Curriculum. Die Ausbildung eines Verständnisses über nature of science (NOS) trägt zur naturwissenschaftlichen Grundbildung bei, was dem intendierten Curriculum entspricht. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass das NOS-Verständnis von Schüler*innen (erreichtes Curriculum) nicht ausreichend ausgeprägt ist. In Schulbüchern konnte ebenfalls eine fachlich inadäquate Darstellung von NOS-Inhalten festgestellt werden (potentiell implementiertes Curriculum). Gleichzeitig wird die in den Studien zumeist zugrunde gelegte, disziplinübergreifende NOS-Konzeptualisierung als undifferenziert und fachlich inadäquat bezeichnet. Eine alternative, disziplinspezifische NOS-Konzeptualisierung liegt theoretisch begründet durch den family resemblance approach (FRA) vor. Bislang steht eine systematische, empirische Prüfung des FRA aus. Ziel des Projekts ist die Identifikation und Ausdifferenzierung einer NOS-Konzeptualisierung, die sowohl disziplinübergreifende als auch biologiespezifische NOS-Kategorien beschreibt. Das Projekt leistet somit einen Beitrag zur Erweiterung des derzeitigen NOS-Kenntnisstands für den naturwissenschaftsdidaktischen Bereich.

Es werden Biologieschulbücher digitalisiert und einer softwaregestützten Analyse zugänglich gemacht. In Vorarbeiten wurde ein Kategoriensystem des FRA generiert, das als Grundlage für die Analyse dient. Gleichzeitig werden durch ein induktives Kodierverfahren die Kategorien ggf. ergänzt. Zur Differenzierung in disziplinübergreifende und biologiespezifische NOS-Inhalte werden anschließend Expert*innen (N=33) der Biologie, Chemie, Physik und Wissenschaftstheorie mittels eines Interviewleitfadens zur Einschätzung der Subkategorien befragt. Dissonanzen unter den Expert*innen werden im Rahmen einer kommunikativen Validierung an diese zurückgegeben und um Kommentierung gebeten. Das Ergebnis der Studien ist die Herausstellung von disziplinübergreifenden und biologiespezifischen NOS-Kategorien, die im potentiell implementierten Biologiecurriculum existieren.