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Leistungspunkte

Punkte mit viel Hintergrund

 

Ein Leistungspunkt entspricht einem studentischen Arbeitsaufwand von 30 Stunden. Gezählt wird dabei alles, also angefangen von der Präsenzzeit in der Universität bis zur häuslichen Vor- und Nachbereitung der Lehrveranstaltungen oder dem Lernen für die Klausur. Pro Semester sind regulär 30 Leistungspunkte zu erbringen, insgesamt also 30 x 30 = 900 Stunden. Im modernen Studium gibt es keine Semesterferien mehr, sondern nur noch eine vorlesungsfreie Zeit. Nur dann, wenn Sie diese 900 Stunden über das gesamte Jahr gleichmäßig - abzüglich eines Urlaubs von arbeitnehmertypischer Länge verteilen, ergibt sich als Aufwand eine 40-Stunden-Woche. Mehr und mehr finden Lehrveranstaltungen heutzutage auch außerhalb der Vorlesungszeit statt. Dennoch konzentriert sich der Arbeitsaufwand immer noch auf die Vorlesungszeit, was den in der Vorlesungszeit pro Woche aufzubringenden Aufwand rasch bis auf 60 Stunden hochschrauben kann.

Sie werden es sicher spontan als gerecht empfinden, dass die Note für eine Veranstaltung, die sehr umfänglich war und für die Sie viel haben tun müssen, auch einen höheren Beitrag für die Gesamtnote Ihres Studienabschlusses hat. Mathematiker würden sagen, dass dazu die Noten mit den Leistungspunkten gewichtet werden müssen. Juristen machen daraus einen ziemlich langen und schwierigen Satz, den Sie so oder sehr ähnlich z.B. in den jeweils aktuellen Satzungen der Freien Universität Berlin nachlesen können:

Zur Ermittlung einer zusammengefassten Note für mehrere Prüfungsleistungen, der Modulnoten oder der Gesamtnote werden die jeweiligen Einzelnoten mit der Zahl der zugehörigen Leistungspunkte multipliziert, dann addiert und durch die Summe der einbezogenen Leistungspunkte dividiert.

Wenn Sie das einige Male gelesen haben, werden Sie merken, dass das genau das ist, was die Mathematiker ganz in Ihrem Sinne die ganze Zeit gemeint haben.