Apothekerin Lisa Ehmann

Lisa Ehmann

Institut für Pharmazie

Klinische Pharmazie & Biochemie

Freie Universität Berlin

Adresse Kelchstr. 31
Raum 130A
12169 Berlin
Telefon 030-838 50662
E-Mail lisa.ehmann[at]fu-berlin.de

Curriculum Vitae


Seit 03/2015

Doktorandin (Graduate Research Training Program „PharMetrX“, Pharmacometrics & Computational Disease Modelling) im AK Klinische Pharmazie von Frau Prof. Dr. Charlotte Kloft

02/2015

Praktikum bei AbbVie Deutschland GmbH in der Abteilung Pharmacometrics, Ludwigshafen

12/2014

Approbation als Apothekerin

05/2014-10/2014

Zweite Hälfte des praktischen Jahres für Pharmazeuten bei Merck KGaA in der Abteilung Formulierungsentwicklung von Proteinwirkstoffen, Darmstadt

11/2013-04/2014

Erste Hälfte des praktischen Jahres für Pharmazeuten in der Friedrichstadt Apotheke, Berlin

02/2012-03/2012

Praktikum in der Kooperationseinheit Klinische Pharmazie des Universitätsklinikums Heidelberg

2009-2013

Studium der Pharmazie, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg

06/2009

Abitur am Werner-Heisenberg-Gymnasium, Weinheim

Forschungsschwerpunkte

 

Forschungslinie 2: Pharmakometrische Datenanalyse
 

’Nonlinear mixed-effects‘ Modellierung von ausgewählten Antibiotika in speziellen Patientenpopulationen – mit einem Fokus auf Wirkort-Pharmakokinetik.

 

In den letzten Jahrzehnten ist die Anzahl der neu entwickelten Antibiotika gesunken, während die bakteriellen Resistenzen und die Marktrücknahme von Antibiotika gestiegen sind. Daher ist es wichtig, die noch vorhandenen Antibiotika auf wissenschaftlich rationaler Basis so sinnvoll wie möglich einzusetzen. Neben der geeigneten Wahl der Antibiotika – potenziell als Arzneistoffkombinationen – basierend auf ihrem Wirkspektrum, stellt auch das Erreichen von effektiven Arzneistoffkonzentrations-Zeitprofilen am Wirkort (=Infektionsort) einen wichtigen Faktor in der Antibiotikatherapie dar. Die benötigten Profile hängen von der Art des Antibiotikums ab – z.B. steht die antimikrobielle Aktivität von Betalaktam-Antibiotika im Zusammenhang mit der Zeit oberhalb der Minimalen Hemmkonzentration – aber auch von der Empfindlichkeit der Bakterien – z.B. werden für intermediäre oder resistente Bakterien höhere Arzneistoff-Konzentrationen als für empfindliche Bakterien benötigt. In speziellen Patientenpopulationen (z.B. kritisch kranken Patienten, fettleibigen Patienten oder Neugeborenen) ist der Einsatz von Antibiotika auf wissenschaftlich rationaler Basis besonders wichtig; allerdings existiert kaum Wissen bezüglich der erreichten Arzneistoffkonzentrations-Zeitprofile. Da die Pharmakokinetik in diesen Patienten verändert ist unterscheiden sich die Profile, was potenziell einer Dosisanpassung in diesen Patienten bedarf.

Für die meisten Antibiotika, befindet sich der Wirkort extrazellulär in der Interstitialflüssigkeit des Gewebes oder in anderen Körperflüssigkeiten außerhalb des Blutes, da dort Mehrzahl der bakteriellen Infektionen auftreten. Die Methode der Wahl, die heutzutage für die Messung von Arzneistoffkonzentrationen direkt am Wirkort verwendet wird, ist die Mikrodialyse, eine minimal invasive Probenahmetechnik, die für die kontinuierliche Messung von ungebundenen aktiven Arzneistoffkonzentrationen z.B. in der Interstitialflüssigkeit verwendet wird.

 

Mein Projekt beschäftigt sich mit der Analyse von pharmakokinetischen (PK) Daten (Plasma/Serum- und Mikrodialyse-Arzneistoffkonzentrationsdaten) und pharmakodynamischen (PD) Daten (z.B. Krankheitsscores, Entzündungsmarker, Mortalitätsraten) aus klinischen Studien in speziellen Patientenpopulationen mithilfe des sogenannten ’Nonlinear mixed-effects modelling‘-Ansatzes. Basierend auf klinischen PK Daten werden mathematische PK-Modelle entwickelt, welche die Arzneistoffkonzentrations-Zeitprofile in den Populationen sowie die Variabilität zwischen als auch innerhalb der Patienten beschreiben sollen. Zusätzlich wird eine Covariatenanalyse durchgeführt, um patientenspezifische Faktoren (z.B. Demografie und pathophysiologische Charakteristika) zu identifizieren, welche die Variabilität innerhalb der Populationen erklären. Diese PK-Modelle sollen dann mit klinischen Ansprechdaten (PD-Daten) verknüpft werden. Schließlich sollen die entwickelten Modelle verwendet werden, um gegenwärtig eingesetzte Dosierungsschemata für Antibiotika in speziellen Patientenpopulationen hinsichtlich effektiver Arzneistoffkonzentrations-Zeitprofile im Plasma/Serum oder am Wirkort zu verifizieren oder zu optimieren, und um letztendlich den Therapieerfolg zu verbessern und das Risiko für Unter-/Überdosierung sowie bakterielle Resistenzentwicklung zu reduzieren.