Preis für gute Lehre 2014

Dr. Werner Schröder und Patrycja Schwiertz
Der Preisträger der Biochemie, Dr. Werner Schröder und die Laudatorin, Patrycja Schwiertz
Image Credit: Karsten Prühl

Preisträger der Biochemie: Dr. Werner Schröder

- Leiter des Praktikums 'Mikrosequenzierung'

- Betreuung im Praktikum 'Nukleinsäuren'

- Ehrenamtliche Arbeit seit ca. 14 Jahren


Laudatio für                  Dr. Werner Schröder

Liebe Studierende, liebe Dozentinnen, sehr geehrte Damen und Herren,

ich heiße Sie im Namen der Fachschaftsinitiative der Biochemie herzlichst willkommen. Mein Name ist Patrycja Schwiertz. Als Mitglied der Fachschaftsinitiative wurde mir die ehrwürdige Aufgabe erteilt, den diesjährigen Preis für gute Lehre an einen besonderen Menschen zu überreichen.

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um mich bei unseren Studierenden für die Beteiligung und Kooperation bei der anonymisierten Umfrage für die Feststellung des Preisträgers zu bedanken.

Lehre bedeutet Kenntnisse und Tätigkeiten an Lernende zu vermitteln. Doch was wäre die Lehre ohne die Leidenschaft. Leidenschaft die Lehre auszuüben, Leidenschaft Wissen zu vermitteln und Leidenschaft diese in die Praxis umzusetzen. Ja, die Lehre wird mit Leidenschaft erst wirklich greifbar und unwiderstehlich. Deshalb verwundert es nicht, dass unser Preisträger Werner Schröder ist. Dieser übt seit sehr, tatsächlich sehr, nun wirklich sehr vielen Jahren Lehre mit äußerst viel Leidenschaft am Institut für Biochemie aus.

Werner Schröder erlange im Jahre 1980 den akademischen Grad des Diplom-Chemikers. Im Mai 1986 schloss er seine Dissertationsarbeit „ Reaktive Träger auf der Basis von hydroxyl-gruppenhaltigen Polymeren sowie Copolymeren des Epijodhydrins zur Immobilisierung von Enzymen und zur Darstellung spezifischer Adsorbentien“ ab. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Proteinanalytik und die Makromolekülbiologie an der Freien Universität etabliert. Werner Schröder folgte den Ruf der Biochemie und widmete sich der Proteinsequenzierung. Schnell erlangte er tiefes Wissen dieser Materie und baute über die Jahre einen enormen Erfahrungsschatz auf, welchen er mit Kollegen aber auch Studierenden gerne teilte.

Werner Schröder war immer bewusst, dass die Lehre ein wichtiges Mittel ist neuen Generationen essentielles Wissen zu vermitteln. So übernahm er unmittelbar nach seiner Dissertation die Verantwortung für das Praktikum Proteinanalytik, welches er bis heute unermütliche durchführt. Ich gehöre zu einer der vielen Studierenden, die die manuelle Sequenzierung auf eine liebevolle, geduldige und begeisternde Art und Weise von diesen leidenschaftlichen Dozenten erlernen durfte.

Seiner Begeisterung für die damaligen Errungenschaften in der Wissenschaft, Proteine endlich sequenzieren zu können, kann man sich nicht verwehren. Lässig und entspannt stellt Werner Schröder die erste Proteinsequenzierung nach Sanger, den Edmann-Abbau oder auch die etwas modernere massenspektroskopische Identifizierungsmethode auf guten alten Polilux-Folien vor und lässt dabei die Interaktion mit den Studierenden nicht aus. Unter den staunenden Blicken der Praktikanten wird schnell die Reversed-Phase HPLC oder die Oligonukleotid-Synthese an alten und robusten Geräten vollbracht. Sein handwerkliches Geschick konservierte so manche leistungsstarke Maschine für die Ewigkeit. Falls doch Not am Mann ist und ein Gerät Zicken macht, ist Werner Schröder vor Ort und legt selbst Hand an. Während der Laborwartezeiten ist Werner Schröder gern für einen netten Plausch zu haben. So erfährt man die eine oder andere Beinah-Detonation des heutigen Hahn-Meitner Baus der glücklicherweise durch eine Löschaktion in letzter Sekunde abgewendet werden konnte sowie diverse architektonische Umbaumaßnahmen bis hin zum Fund des radioaktiven Schatzes. Doch nicht nur die Praktikanten profitieren von seinen geschulten Blick und der enormen Erfahrung in der Proteinanalytik. Erfordert eine Forschungsarbeit der genauen Proteinsequenz, ist auf Werner Schröder stets Verlass.

Seit beinah 30 Jahren steht Werner Schröder im Dienste der Lehre und bringt den Studierenden die Proteinanalytik näher. 14 Jahre lang führt Werner Schröder ehrenamtlich seine Tätigkeiten am Institut für Biochemie fort. Die Leidenschaft für die Wissenschaft und für die Lehre zeichnet ihn in besonderem Maße aus. Heute möchten wir diesen stillen Helden unseren Dank aussprechen.

Wir, die Studierenden, bedanken uns bei Werner Schröder für seine Hingabe und unaufhörlichen Willen der Lehre nachzugehen. In Zeichen unser Anerkennung, Anteilnahme und der besonderen Schätzung seiner Tätigkeiten im Institut für Biochemie überreichen wir Werner Schröder den diesjährigen Preis für gute Lehre und hoffen, dass diese gute Seele des Instituts uns lange erhalten bleibt.

Patrycja Schwiertz