Neu in Berlin

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Freischwimmer und Club der Visionäre am Flutgraben. Bildquelle: Viktor Rosenfeld auf flickr.com, CC BY-NC-SA 2.0

Viele von euch werden fürs Studium neu nach Berlin gekommen sein. Für eine erst Orientierung haben wir einige Tipps und Locations zusammengestellt, die eure Ankunft erleichtern sollen. Bestimmt wird auch das ein oder andere für den alteingesessenen Berliner neu sein.


Eine Wohnung finden

Lange galt Berlin als Paradis, wenn es um den Mietpreis ging. Doch auch wenn Hamburg oder München noch längst nicht eingeholt sind, die hohe Nachfrage lässt die Mieten auch in der Hauptstadt steigen. Durchschnittlich kosten ältere Wohnungen noch 8,36 Euro/m2 (IBB Wohnungsmarktbericht 2014), doch besonders in Bezirken wie dem Wedding oder Neukölln, aber auch die Plattanbaugebiete Marzahns und Hellersdorfs, die mit alten Mietverträgen das Preisniveau lange nach unten zogen, sind nun Mietanstiege zu verzeichnen. In Prenzlauer Berg hingegen sind noch weiter steigende Mieten schon fast nicht mehr möglich.

Die Klassiker der WG und Wohnungssuche sind http://www.wg-gesucht.de/ und http://www.studenten-wg.de/. Auch auf Facebook könnt ihr fündig werden: https://www.facebook.com/groups/wg.wohnung.berlin/ und https://www.facebook.com/groups/122926674418015/.

Wusstet ihr eigentlich, dass Zugezogenen 50 Euro Begrüßungsgeld zustehen, wenn sie eine Hauptwohnung für ein Studium in Berlin anmelden? Das Formular und weitere Informationen dazu findet ihr hier.


Dein neues Kiez

Neukölln

Immer noch auf Platz eins der Beliebtheitsskala für Studenten steht Neukölln. Im Norden erstreckt sich das Reuterkiez zwischen Hermannplatz, Sonnenallee und Maybachufer. Vom Problemkiez wurde es inzwischen zum Szeneviertel: Die Gentrifizierung treibt hier die Mieten ordentlich in die Höhe. Der Weserstraße entlang und an all ihren Bars vorbei gelangt man in Richtung Süden zum Richardkiez. Ebenso hip: Das Schillerkiez mit Boddinstraße zwischen Rathaus Neukölln und Tempelhofer Feld.

Kreuzberg

Die bunte Bergmannstraße nördlich des Tempelhofer Feldes steht inzwischen in jedem Reiseführer. Nordöstlich geht es durchs Gräfekiez zur Admiralbrücke, die an milden Abenden ein beliebter Treffpunkt ist. Der Gegenpart zum bürgerlichen Kreuzberg liegt auf der nördlichen Seite des Landwehrkanals und erstreckt sich bis zur Spree: SO 36, hoher Migrationshintergrund und ein sozialer Brennpunkt und dennoch traditionell wichtiger Ausgehbezirk. Geprägt wurde er von den Studentenprotesten 1968, Hausbesetzungen und der Alternativszene. Kotti, Görli (Drogenumschlagpunkt No. 1) und Schlesi, die Bahnhöfe entlang der Hochbahn U1 kennt jeder. Im Wrangelkiez befindet sich der Görlitzer Park.

Friedrichshain

Die berühmte Oberbaumbrücke verbindet Kreuzberg mit Friedrichshain; direkt an der Spree liegt auch die East Side Gallery. Das ehemalige DDR-Arbeiterviertel ist schon längst Szenebezirk geworden, besonders rund um den Boxhagener Platz macht sich das bemerkbar. Bekannt ist Friedrichshain auch für die Karl-Marx-Allee und Frankfurter Allee (ehem. Stalinallee), die von Wohnblöcken im Sozialistischen Klassizismus der 1950er Jahre gesäumt wird. Nördlich der Landsberger Allee liegt der Volkspark Friedrichshain, dahinter befindet sich Prenzlauer Berg.

Prenzlauer Berg

Den typischen Luxusappartements bewohnenden, Biosoja-Latte Macchiato schlürfenden und Doppelkinderwagen schiebenden Schwabe findet man vor allem rund um Helmholtz- und Kollwitzplatz. Ob Klischee oder nicht, fest steht: Prachtaltbauten gibt es in Prenzlauer Berg zuhauf, doch nur unrenovierte Hinterhofwohnungen sind von Studenten bezahlbar. Der inzwischen touristisch gewordene Mauerpark mit seinem sonntäglichen Flohmarkt bildet die westliche Begrenzung des Ortsteiles.

Wedding

Wohl das ursprünglichste Berlin gibt es im Wedding. Die in den 1970ern eintreffenden Gastarbeiter fanden vor allem in den grauen Mietshäusern des Wedding Unterkunft. Der klassische Arbeiterbezirk ist daher heute vor allem multikulturelles Zentrum. Er wird seit einiger Zeit wegen noch vergleichsweise niedriger Mieten Heimat vieler Studenten. Doch das enorme Potential des Bezirks wurde längst erkannt und nicht zuletzt wir Studenten sind es, die den sozioökonomischen Strukturwandel vorantreiben. In anderen Worten: Der Wedding ist im kommen. Noch nicht ganz dort, aber doch weit vorangeschritten ist dieser Prozess schon im Osram- und im Sprengelkiez.

Moabit

Moabit könnte als künstliche Insel betrachtete werden, ist sie doch von der Spree und Kanälen umgeben. Entlang der Wasserwege hat sich die Industrie angesiedelt. Ebenso wie im Wedding machen sich hier die multikulturellen Einflüsse bemerkbar. Besonders die Gebiete westlich der Beusselstraße und entlang der Turmstraße sind von Reformwohnungsbauten und Bauten der 1960/70er geprägt. Ob hier bald die Szene toben wird ist fraglich. Das Stephankiez bildet eine Ausnahme. Südlich der Alt-Moabit macht sie die Nähe zum Kanzleramt und zu Charlottenburg bemerkbar.

Mitte

Während der Bezirk Mitte auch Wedding, Moabit und Tiergarten umfasst, bezeichnet der Ortsteil Mitte im Groben das Gebiet zwischen Mauerpark, Hauptbahnhof, Potsdamer Platz und Jannowitzbrücke. Im Herzen liegt die Museumsinsel in der Spree. Das Brandenburger Tor im Westen wird über die zentrale Achse Unter den Linden/Karl-Liebknecht-Straße mit dem Alexanderplatz verbunden. Die HU und die Charité Mitte sind hier beheimatet. Ausgehmöglichkeiten und Kultur gibt es in Mitte zuhauf, Wohnungen für Studenten eher weniger.

Tiergarten

Der Tiergarten ist zum einen ein großer Park mit Siegessäule und hat nichts mit dem Tierpark zu tun, das ist ein Zoo. Aber auch nicht der Zoo, denn der ist im Tiergarten. Wer das einmal verstanden hat, ist schon fast ein echter Berliner wird auch wissen, dass der Ortsteil Tiergarten auch noch die vielen Botschaften und Landesvertretungen im Süden und das Regierungsviertel im Norden umfasst. Also tendenziell eher Büros und Grün.

Charlottenburg

Westlich des Zoos an der Gedächtniskirche beginnt Charlottenburg. Zwischen Ku'damm und Schloss Charlottenburg findet sich vor allem viel teuerer Wohnraum und zwischen Ernst-Reuter-Platz und Landwehrkanal die TU. Im Danckelmannkiez in Richtung Ringbahn und Stadtautobahn kann auch ein Student noch eine Bleibe finden. Auf der anderen Seite der Schienen beginnt Westend. Neben Einfamilienhäusern und Schrebergärten findet man hier nur noch das Olympiastadion und im Süden das Messegelände.

Schöneberg

Zentrumsnah aber auch nicht weit entfernt von der FU liegt Schöneberg. Mittlerweile ist die Szene hier etwas stiller geworden, der grüne Bezirk entwickelt sich zu einem ruhigen Stadtteil. Doch je nach Kiez leben hier viele Studenten in günstigeren Wohnungen.

Tempelhof

Vor allem das Tempelhofer Feld ist vielen Nicht-Berlinern ein Begriff. Neben dem ehemaligen Flughafen gehören auch ausgeprägte Industrie und Fabrikhallen entlang der Stadtautobahn zum Ortsteil. Auch Einfamilienhäuser und bezahlbare Altbauwohnungen sind hier zu finden. Allerdings ist das kulinarische und kulturelle Angebot beschränkt.

Wilmersdorf 

Verkehrstechnisch ist die FU mit der U3 günstig erreichbar und ebenso schnell ist man mit ihr am Ku’Damm. Vorwiegend gehobene Altbauten zeichnen die gute Wohngegend aus. 

Steglitz 

Die Nähe zur Uni macht Steglitz auch für Studenten attraktiv. So ziemlich alle Haustypen sind hier vertreten, die Wohnungen sind aber eher höherpreisig angesiedelt. 

Zehlendorf 

Die Hälfte des Stadtteils ist mit Wald oder Seen bedeckt. Zahlreiche Villen formen eine ruhige Wohngegend. Im Zehlendorfer Ortsteil Dahlem ist die Freie Universität gelegen. Einige kleinere Fachbereiche der FU sind sogar in Villen untergebracht. Als Biochemiker kommen wir zwar nicht in die Verlegenheit, in einem solchen Gebäude unterrichtet zu werden, aber dennoch zeigt die gelassene Atmosphäre und die Nähe zur Natur ihre positive Wirkung auf das Lernen. Trotz des noblen Charakters: Wer es lieber ruhig mag und die kurzen Wege zur Uni schätzt, kann auch in Zehlendorf Mietwohnungen finden.