Projektbeschreibung und Ziele

Wir haben ein radikal neues Verfahren entwickelt, mit dem zeitlich und räumlich begrenzte Umweltbelastungen unter der Mitarbeit von tausenden von Bienen erkannt werden können und so einer präzisen Probenentnahme sowie Analyse zugeführt werden können. Dazu werten wir mit geeigneten Detektoren innerhalb der Bienenvölker fortlaufend und automatisch die Veränderung der Kooperation und Kommunikation im Bienenvolk aus, die durch die Aufnahme von Pestiziden erfolgt.

Ziel unseres Verfahrens ist es die sensible auf Pflanzenschutzmittel reagierenden Honigbienen als Indikatoren für Umweltbelastungen einzusetzen. Dies gelingt, weil die Pestizide auf das Nervensystem der Bienen wirken und dabei bereits bei weit unterhalb der letalen Dosen zu Verhaltensänderungen führen. Die sozialen Bienen sind als solche Indikatoren deshalb hervorragend geeignet, weil sie in einem komplexen Netzwerk von Kommunikation stehen, das sich mit unseren Methoden fortlaufend und automatisch auswerten lässt.

Es ist uns gelungen nachzuweisen, dass die die elektrischen Koloniesignale (EKS) außerordentlich empfindlich den Zustand in einem Bienenvolk wiederspiegeln. Bei unseren bisherigen Untersuchungen zeigte sich, dass solche sozialen Signale, die mit der Tanzkommunikation im Bienenvolk zusammenhängen, besonders charakteristisch für die Wirkung von Neonicotinoiden sind. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, weil diese Pestizide auf höhere Integrationszentren im Bienengehirn wirken. Gerade diese Zentren sind für die Steuerung dieser komplexen Verhaltensweisen im sozialen Verband zuständig. Bereits sehr geringe subletale Dosen des Neonicotinoids Thiacloprid haben massive Auswirkungen auf das Auftreten, die Genauigkeit und die Dauer des Tanzverhaltens. Aber auch andere sozialen Verhaltensweisen werden bei so geringen Dosen gestört, z.B. die Trophalaxis (also das Weitergeben von Futter zwischen den Mitgliedern eines Stockes), oder die Stoppsignale, die von den Tieren ausgehen, die einer Tänzerin folgen und damit erreichen, dass die Tänzerin eine Probe des gesammelten Nektars abgibt. Wir wissen auf der Grundlage dieser Ergebnisse, dass die Empfindlichkeit der EKS hoch genug ist, um den Effekt von Pestizid Dosen zu detektieren, die unter den Bedingungen der Landwirtschaft auftreten.

Weiterhin konnten wir verschiedene technische Verwirklichungen des EKS messenden Systems ausprobieren und darauf prüfen, wie robust solche Geräte im täglichen Einsatz unter den üblichen imkerlichen Arbeitsweisen sind. Es zeigte sich, dass auch sehr kostengünstige Implementierungen dieser Messmethoden möglich sind.

Für freuen uns über Anfragen von Imkern, die bei diesen Untersuchungen mitwirken möchten
(Hier ein Link zum Abschnitt Kooperation mit Imkern).

Wir haben ein zentrales Labor in Walle (Nähe Celle) zur Herstellung und Prüfung eines robusten EKS Messsystems eingerichtet. Das Labor enthält die nötigen physikalischen Messgeräte, Werkzeuge und Materialien um die Herstellung und Prüfung der EKS Systeme sicher zu stellen. Das Labor und der Bienenstand sind mit geeigneten Peripheriegeräten an ein schnelles Internet angeschlossen. Zurzeit entwickeln wir Auswertprogramme (EKS software).