DE | EN
Direktzugang
Drucken (Miniaturbild)
Bildstreifen Sicherheit/Notfall

Prüfung von Augenduschen

Alles ausblendenAlles einblenden

Nach der BGI/GUV-I 850-0 (§ 7.2) sind folgende Prüfungen durchzuführen:

  • Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass ... Augennotduschen mindestens einmal monatlich durch eine von ihm beauftragte Person auf Funktionsfähigkeit geprüft werden.
  • Bei der Prüfung sind neben dem Volumenstrom das Bild der Wasserverteilung des Kopfes und die Qualität des Wassers durch Inaugenscheinnahme zu beurteilen.

Diese Prüfung ist faktisch auch eine Wartung, denn weil sie dazu in Betrieb genommen werden muss, wird sie dabei auch mit frischem Wasser durchgespült. Das ist wichtig, weil stehendes Wasser allmählich verkeimt, was nicht gut für die Augen ist.

Vernünftigerweise führt man mindestens ein Mal jährlich eine erweiterte Prüfung durch.

Folgende Kurzanleitung/Dokumentation der Prüfungen kann in der Umgebung der Augendusche angebracht werden. Das WORD-Dokument kann und soll örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Man kann es auch 1:2 verkleinert ausdrucken, so dass alles auf ein Blatt passt.

Links zum Thema

Direktlink

Das kann man auch als Nutzer prüfen.

Die Anforderungen sind in § 6.6.2.1 der BGI/GUV-I 850-0 geregelt:

  • An jeder Auslassöffnung einer Augennotdusche müssen mindestens 6 l Wasser pro Minute austreten.
  • Die Wasserstrahlen müssen eine Höhe von wenigstens 10 cm und nicht mehr als 30 cm oberhalb der Wasseraustritte erreichen.

Die Sprühstärke wird zweckmäßig zusammen mit der monatlichen Prüfung kontrolliert:

Sprühstärke zu stark Sprühstärke zu schwach Sprühstärke OK
Der Wasserstrahl schießt einen halben Meter aus der Brause. Hätten Sie Lust, sich das ins Auge prasseln zu lassen? Das tut auch ohne Augenverletzung weh! Mit Froschaugen käme man gerade noch an den Wasserstrahl heran. Normale Sterbliche gehen leer aus. Hier kommt viel zu wenig Wasser heraus. 10 bis 30 cm Sprüh-Höhe sind korrekt. Dabei muss dann aber auch die geforderte Menge an Wasser (6 l pro Minute) austreten. Zur Prüfung lässt man in einen Eimer mit Graduierung ablaufen und stoppt die Zeit.

Einstellen der Sprühstärke:

Einstellen der Sprühstärke Einstellen der Sprühstärke
Eine Stellschraube an der Handbrause, die mit einem Schraubenzieher oder besser, wie auf dem Bild gezeigt, mit einem Inbusschlüssel bewegt werden kann. Noch bequemer, weil ganz ohne Werkzeug: Ein kleiner Knebel direkt am Wandauslass.

Es reicht leider nicht, die Sprühstärke ein Mal einzustellen und dieses Problem sodann für alle Zeiten zu vergessen! Änderungen der Wasserdruckverhältnisse, Verkalken von Leitungen oder insbesondere vom Brausekopf führen zu Änderungen der Strömungsverhältnisse und plötzlich stimmt es wieder nicht! Regelmäßig kontrollieren ist also angesagt!

Links zum Thema

Direktlink

Krankheitskeime sind im gesunden Auge nicht gut - und in einem verletzten Auge erst recht nicht.

Untersuchungen (1) zeigen, dass die Zuleitungen der Augenduschen verkeimen, wenn das Wasser dort längere Zeit steht und nicht bewegt wird. Dabei wurden auch Erreger gefunden, die die Bindehaut des Auges entzünden können. Bitte bedenken Sie, dass das Spülwasser im Ernstfall auf ein verletztes Auge losgelassen wird!

Was muss man tun?

Gemäß § 7.2 der BGI/GUV-I 850-0 müssen Augenduschen mindestens ein Mal monatlich geprüft werden. Dazu gehört die Inbetriebnahme, wobei das Wasser ruhig mal ein bisschen laufen soll.

Was kann man tun?

Betrachten Sie die Augendusche nicht als heiliges Objekt, welches nur im wirklichen Notfall angefasst werden darf. Ganz im Gegenteil ist es besser, wenn Sie die Dusche häufiger als nur monatlich in Betrieb setzen. Nach § 7.2 der BGI/GUV-I 850-0 sind sie dazu sogar höchstamtlich und ausdrücklich ermuntert. Haben Sie eine Handbrause mit flexibler Zuleitung, sind Sie im Vorteil, denn Sie können den Brausestrahl dahin richten wo Sie wollen.

  • Nehmen Sie doch mal die schicke Augendusche anstatt immer nur diesen langweiligen Wasserhahn, um z.B. mal das Waschbecken auszuspülen oder irgendeine Schale mit Wasser zu füllen!

Alles, worauf Sie achten müssen ist, dass die Augendusche sauber bleibt. Auch ein verkalkter Brausekopf ist mikrobiologisch nicht einwandfrei.

Sie sollten mindestens ein Mal wöchentlich die Brause in Betrieb nehmen. Ganz unauffällig und fix können Sie dabei z.B. auch Sprühstärke und Verkalkungen mit kontrollieren.


(1) P. M. Kaulfers Gesundheitsbl-Gesundheitsforsch-Gesundheitsschutz 1999,42,722-725

 

Links zum Thema

Direktlink

Unhygienisches Geschoss ins Auge

So weit, wie auf diesem Bild sollten Sie es nicht kommen lassen! Die meisten Löcher sind verstopft oder verengt - aus den verbleibenden schießt nun das Wasser in dünnem aber scharfen Strahl. Von den hygienischen Problemen reden wir lieber gar nicht erst.

Die Abhilfe ist einfach:

Schrauben Sie den Duschkopf ab! Die Gummitülle können Sie danach einfach herausdrücken. Als Chemiker wissen Sie, dass man eine verdünnte Citronensäurelösung als Entkalkungsmittel verwenden kann. Als Chemiker wissen Sie, dass auch Salzsäure Kalk auflösen kann. Das machen Sie aber lieber nicht, weil dann auch die Lackierung abblättert. Wenn keine Blasen mehr aufsteigen, wird gut durchgespült und alles wieder zusammengebaut.

Eine starke - vor allem auch eine rasch immer wieder auftretende Verkalkung kann darauf hindeuten, dass die Augendusche im Ruhezustand nicht richtig schließt.

Links zum Thema

Direktlink

Das wollen Sie nicht im Auge haben!

Es kann vorkommen, dass der Sprühkopf stark verdreckt ist. Zur Abhilfe schrauben Sie zuerst den Brausekopf ab:

Jetzt können Sie die Gummitülle mit einer milden Seifenlösung auswaschen oder im Ultraschallbad behandeln. Anschließend wird wieder zusammengebaut.

Links zum Thema

Direktlink

Das ist kein Schönheitsfehler sondern ein echter Mangel!

  • Befinden sich vielleicht auch unter der Augendusche Kalkflecken auf Arbeitsfläche oder Fußboden?
  • Hören Sie vielleicht ein leises Geräusch, wenn Sie das Ohr an die Augendusche halten?
  • Fühlt sich die Augendusche irgendwie "nass" an?

Wahrscheinlich schließt die Augendusche nicht richtig und das Absperrventil muss instandgesetzt werden. Betätigen Sie ein paar Mal die Augendusche und verschaffen Sie sich ein Gefühl dafür, ob der Absperrvorgang des Wassers zuverlässig erfolgt. Lösen Sie gfls. einen Reparaturauftrag aus. Hier können Sie selbst nichts weiter tun.

Ist die Augendusche in Ordnung sollten Sie den Kalk entfernen. Sicher, mit konzentrierter Salzsäure geht das schnell und zuverlässig, aber die Augendusche ist hinterher kaputt! Verwenden Sie deshalb eine verdünnte Citronensäurelösung, bringen Sie ausreichend Geduld auf und helfen Sie mit einer Bürste nach!

Links zum Thema

Direktlink

Bei einer Nachrüstung kann es aufwändig sein, einen akzeptablen Platz zu finden.

Wenn sich die Augendusche neben dem Abtropfbrett installieren lässt, ist alles prima.

Was aber, wenn rechts und links daneben kein Platz ist oder wenn sich dort Steckdosen (Siehe gelbe Markierungen) befinden, so dass man einen Stromschlag bekommen könnte, wenn man die Augendusche dort in Betrieb setzt?

Hier ist die Augendusche deshalb aus Verlegenheit unter dem Abtropfbrett montiert worden, was keineswegs gut ist, denn alles, was vom Abtrofbrett nach unten läuft, kann in die Augendusche hineinkleckern.

Prüfen Sie, ob die dem Spülbecken benachbarte Steckdose nicht stillgelegt werden kann. Auf dem Bild ist die Steckdose ausgebaut und die Öffnung mit einer Platte verschlossen. (Siehe gelbe Markierung.)
Dies ist die Detailansicht der Umrüstung. Gelb umrahmt sehen Sie wieder die Platte, die die Öffnung verschließt, in der sich zuvor die Steckdose befand. Als Halterung für die Augendusche wurde ein Kunststoffsteg angefertigt, der unter Ausnutzung der vorhandenen Montagelöcher (gelber Pfeil) mit den Service-Brettern verschraubt ist.

Achten Sie darauf, dass man die Augendusche notfalls auch mit geschlossenen Augen finden und benutzen kann und dass die Augendusche die Nutzung anderer Geräte oder Einrichtungen nicht behindert!

Links zum Thema

Direktlink