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Bild: Fluor als Schlüsselement

Teilbereich A: Ungewöhnliche Bindungsituationen in molekularen Fluoriden

Teilbereichsleiter: Prof. Dr. Konrad Seppelt


Überblick (.pdf)

Im Rahmen der vier Teilprojekte im Teilbereich A sollen die Elementfluoride der Gruppen 6 bis 9 der fünften und der Gruppen 6 bis 10 der sechsten Periode ausführlich untersucht werden. Obwohl die Hexafluoride WF6, ReF6, OsF6, PtF6 und IrF6 bereits abschließend isoliert worden sind, ist auch 50 Jahre danach ihre elektronishe Struktur noch nicht endgültig verstanden. Durch die spektroskopische Charakterisierung dieser gasförmigen Hexafluoride mittels durchstimmbarer Röntgenstrahlung mit Unterstützung durch Theorie sollen die lokale elektronische Struktur und die nachfolgende Fragmentation elementselektiv zugänglich werden. Von besonderem Interesse sind die Hexafluoride des Osmiums und Rheniums, da sie für die Einelektronenoxidation des Hexafluorbenzols in Frage kommen und so strukturelle Untersuchungen am C6F6+-Radikalkation ermöglichen sollen. Die Chemie des Technetiums wird ebenfalls besonders berücksichtigt werden, da hier auf Grund der experimentellen Schwierigkeiten beträchtlicher Nachholbedarf besteht. Bisher wurden nur wenige Fluorverbindungen des Technetiums in der Oxidationsstufe "+7" beschrieben. Daher soll versucht werden, neben TcF4, weitere Fluoride mit Oxo-, Nitrido-, Imido-, und Nitrosyl-, gegebenfalls auch mit Thionitrosyl-Core in den Oxidationsstufen "1" bis "6" herzustellen und strukturell zu charakterisieren. In einem weiteren synthetischen Projekt sollen auch andere Elementfluoride in niedrigen Oxidationsstufen dargestellt werden, da diese bisweilen instabil (IF3, SF2) und daher schlecht charakterisiert oder gar nicht beschrieben worden sind (CuF, AuF, AuF2, PtF2). Ein besonderes Augenmerk soll hierbei auf verschiedenen Organoselen- und -tellurfluoriden, sowie auf Halogenfluoriden liegen.


Vernetzung des Teilbereichs innerhalb des Graduiertenkollegs (.pdf)

Die synthetischen Aspekte werden vor allem in den Arbeitsgruppen Seppelt und Abram in Kooperation im Teilbereich C mit der Arbeitsgruppe Lentz bearbeitet. Die spektroskopische und theoretische Charakterisierung erfolgt in der Arbeitsgruppe Rühl in Kooperation mit der Gruppe Paulus (Teilbereich B). Die Untersuchungen zum Ligandenaustausch an Technetium bieten Anknüpfungspunkte zu den Gruppen Koksch und Gust im Teilbereich D, in denen Peptide und andere mehrzähnige Liganden synthetisiert werden sollen, sowie zur Arbeitsgruppe Haag im Teilbereich B, wo Glycerindendrons zur Modulation der Wasserlöslichkeit der Komplexe bereitgestellt werden.